Der Verbraucherpreisindex (VPI) Paraguays verzeichnete im Juli eine Deflation von 0,1%, was den zweiten aufeinanderfolgenden Monat mit einer negativen Veränderung markiert, nach dem Rückgang von 0,3% im Juni. Die Daten wurden von der Zentralbank Paraguays (Banco Central del Paraguay, BCP) veröffentlicht. Mit diesem Ergebnis erreichte die kumulierte Inflation im Jahr 1,8%, unterhalb der 3,3% im gleichen Zeitraum des Vorjahres, während die Jahresinflationsrate auf 1,6% fiel, den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren.
Die Entwicklung des Index im Juli wurde hauptsächlich durch Preisrückgänge bei Lebensmitteln und Kraftstoffen getrieben. Im Fleischsektor stachen die Reduzierungen bei Rindfleisch (-0,9%) und Schweinefleisch (-1,3%) hervor, wobei Schnitte wie Rippenstück und Bauchlappen die stärksten Abschläge aufwiesen, angetrieben durch ein größeres Angebot aufgrund erhöhter Schlachtungen. Auch die Preise für frisches Gemüse und Knollengemüse (-2,0%), Eier (-3,6%), flüssige Milch, Nudeln und Reis fielen.
Die Kraftstoffe verzeichneten einen durchschnittlichen Rückgang von 2,5%, mit Reduzierungen bei Standarddiesel, Premiumdiesel und den Benzinarten. Laut BCP spiegelte diese Bewegung den Rückgang der internationalen Ölpreise zwischen Ende Juni und der ersten Julihälfte wider, obwohl die Institution vor anhaltender Volatilität aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten warnte. Gustavo Cohener, Leiter der Wirtschaftsstatistik der BCP, erklärte, dass der Rückgang bei den Kraftstoffen einen Einfluss von -0,2 Prozentpunkten auf das Gesamtergebnis des Monats hatte.
Ein weiterer bedeutender deflationärer Faktor war die Aufwertung des Guarani gegenüber dem US-Dollar, die importierte langlebige Güter wie Autos, Haushaltsgeräte und Elektronikprodukte verbilligte. Der Dollar schloss den Zeitraum zeitweise bei G 6.000, was eine Abwertung von etwa 20% gegenüber der Landeswährung im Jahr bedeutet.
Auf der anderen Seite stiegen die Preise für Dienstleistungen um 0,4%, was den allgemeinen Rückgang des Index dämpfte. Erhöhungen gab es bei außer Haus konsumierten Mahlzeiten (1,9%), Haushaltsdiensten, Friseurbesuchen, Pauschalreisen und Laboranalysen. Die Kerninflation, die volatile Posten wie frische Lebensmittel und Kraftstoffe ausschließt, blieb im Monat stabil bei 0,0% und bei 1,5% im Jahresvergleich, was eine grundlegende Tendenz zur Preisstabilität anzeigt.
