Paraguay führte 2025 insgesamt 371.480 schnelle HIV-Tests durch, gegenüber 145.711 im Jahr 2022, und weitete das Angebot auf die 18 Gesundheitsregionen des Landes aus. Das Netz verfügt nun außerdem über 27 geschulte und mit Material ausgestattete Krankenhäuser, die Diagnosen durchführen können, sowie über HIV-Selbsttests als weitere Zugangsmöglichkeit.
Die Ausweitung wird von Maßnahmen begleitet, die den Zeitraum zwischen der Bestätigung einer HIV-Infektion und dem Beginn der antiretroviralen Behandlung verkürzen sollen. Die Protokolle des Nationalen Programms zur Kontrolle von HIV/Aids und sexuell übertragbaren Infektionen (Pronasida), der Referenzeinrichtung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit und soziale Wohlfahrt, ermöglichen den Beginn der Therapie noch am Tag des positiven Ergebnisses, wenn die klinische Untersuchung dies zulässt.
Zwischen November 2025 und August 2026 begannen 180 Menschen in der Beratungsstelle von Pronasida mit der Behandlung. Von ihnen starteten 75,9 Prozent die Therapie innerhalb von sieben Tagen nach der Diagnose und 91 Prozent innerhalb von höchstens 14 Tagen. Die mittlere Dauer betrug 5,5 Tage. Von den 180 Menschen, die in diesem Zeitraum begleitet wurden, begannen 139 die Behandlung im Jahr 2026.
Im gesamten Jahr 2025 wurden 1.688 Beginnende einer antiretroviralen Behandlung und 1.650 neue Diagnosen registriert. Die Kennzahlen haben unterschiedliche Bezugsgrößen und Bedeutungen: Die eine misst den Beginn der Therapie, die andere erfasst im betreffenden Zeitraum festgestellte Infektionen. Ein isolierter Vergleich belegt daher nicht, dass alle diagnostizierten Menschen im selben Jahr mit der Behandlung begonnen haben.
Auch die Präventionsmaßnahmen wurden ausgeweitet. Bis Juli 2026 hatten 34.012 Menschen Präventionspakete erhalten, 1.966 setzten die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) weiterhin ein, und 1.261.884 Kondome waren verteilt worden. Itapúa gab 5.382 Pakete aus und lag damit nur hinter Capital und Central sowie vor Alto Paraná und Misiones.
HIV-Tests sind in den Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsnetzes in Paraguay kostenlos und vertraulich. Eine frühe Diagnose erleichtert den Beginn der Therapie; bleibt die Viruslast nicht nachweisbar, überträgt eine behandelte Person HIV nicht auf sexuellem Weg. Der Selbsttest erweitert die Zugangsmöglichkeiten, ein positives Ergebnis muss jedoch von einer Gesundheitseinrichtung bestätigt werden.
