Das Vizeministerium für Bergbau und Energie (VMME) und der Verband der Geologen Paraguays (AGP) haben einen gemeinsamen technischen Fahrplan zur Modernisierung des Bergbausektors im Land vereinbart. Die Vereinbarung, die in einem Treffen unter Leitung von Vizeminister Mauricio Bejarano und der AGP-Präsidentin Ana Sofía Argüello diskutiert wurde, zielt darauf ab, den institutionellen Rahmen zu aktualisieren, die geologische Kenntnis des Territoriums zu erweitern und attraktivere Bedingungen für verantwortungsvolle Investitionen zu schaffen.
Eine der Säulen dieses Fahrplans ist die Unterstützung des neuen Bergbau-Kodex-Projekts, das vom VMME ausgearbeitet wurde. Die AGP hat ihre Unterstützung für die Initiative bekundet, die klarere und transparentere Regeln nach internationalen Standards etablieren will. Ein moderner Rechtsrahmen gilt als entscheidend, um Projekten Planungssicherheit zu geben und technische, ökologische und soziale Kriterien von Anfang an einzubeziehen.
Ein weiterer strategischer Punkt ist die Schaffung des künftigen Geologischen Dienstes von Paraguay, der sowohl im Kodex-Projekt als auch in der Nationalen Bergbaupolitik vorgesehen ist. Die Behörde soll zuverlässige Informationen über das mineralische Potenzial des Landes sammeln, verarbeiten und verbreiten, als Grundlage für Entscheidungen des öffentlichen und privaten Sektors dienen und helfen, die Risiken der Exploration zu verringern.
Parallel dazu sieht der Privatsektor optimistische Investitionsaussichten. Laut Víctor Fernández von der Paraguayischen Bergbaukammer (Capami) hat Paraguay das Potenzial, in den nächsten sechs bis acht Jahren über 2 Milliarden US-Dollar an Bergbauinvestitionen anzuziehen, ein Wert, der sich mit vorbildlicher und stabiler Gesetzgebung verdoppeln oder verdreifachen könnte. Fernández betonte, dass die wichtigsten zur Erkundung und Exploration anstehenden Projekte in der Ostregion liegen, insbesondere in Caazapá, Caaguazú und Alto Paraná, mit überwiegend nordamerikanischem und kanadischem Kapital.
Allerdings gibt es Differenzen über den Prozess der Normenerstellung. Die Capami kritisierte die mangelnde Beteiligung des Privatsektors an der Ausarbeitung der Nationalen Bergbaupolitik und vertrat die Auffassung, dass sowohl der Kodex als auch die Politik aus einem konsensualen Dialogtisch aller Akteure hervorgehen sollten. Für den Sektor ist ein realistisches, praktisches und rechtlich abgesichertes Gesetz prioritär, um die Chance der globalen Energiewende und die Nachfrage nach kritischen Mineralien wie Titan, Uran und Vanadium zu nutzen.
Der Sektor bereitet sich vor, diese Themen auf dem II. Bergbauforum in Paraguay zu diskutieren, das für den 30. September im Sitz der Paraguayischen Industrievereinigung (UIP) in Asunción angesetzt ist. Die Veranstaltung unter dem Motto "Die Zeit ist jetzt" wird sich mit kritischen Mineralien sowie der wirtschaftlichen und sozialen Wirkung des Sektors befassen.
