Die Reform des Rentensystems für paraguayische Abgeordnete wurde am Donnerstag automatisch verabschiedet, nachdem die Abgeordnetenkammer nicht innerhalb der festgelegten Frist über den Gesetzentwurf beraten hatte. Das neue Gesetz tritt mit dem zuvor vom Senat beschlossenen Text in Kraft und behält ein Sonderregime bei, das im Vergleich zur allgemeinen Rentenversicherung deutlich vorteilhafter ist.
Eine der zentralen Änderungen erhöht das Mindestalter für die vorzeitige Rente von 55 auf 60 Jahre, wobei weiterhin nur zehn Beitragsjahre erforderlich sind. Bei dieser Variante beträgt die Rente 60 % des Durchschnitts der Diäten und Aufwandsentschädigungen der letzten 120 Monate mit tatsächlichen Beitragszahlungen.
Für die reguläre Altersrente bleiben die Voraussetzungen bei 60 Jahren und 15 Beitragsjahren (entspricht drei Legislaturperioden) bestehen, mit Anspruch auf 80 % des Durchschnittsverdienstes der letzten 180 Monate, einschließlich Diäten und Aufwandsentschädigungen.
Aktive Abgeordnete zahlen weiterhin 24 % ihrer Diäten und Aufwandsentschädigungen in das System ein, während Rentner künftig 16 % ihrer Bezüge abführen. Das Gesetz sieht zudem vor, dass bei Antragstellung 95 % der geleisteten Beiträge erstattet werden können.
Eine Übergangsregelung sichert Abgeordneten, die während der Legislaturperiode 2023–2028 die für die vorzeitige Rente nach dem Gesetz Nr. 6112/2018 erforderlichen Beiträge leisten, die Möglichkeit zu, unter den günstigeren früheren Bedingungen in den Ruhestand zu gehen.
Obwohl der Gesetzentwurf die direkte staatliche Finanzierung des Fonds abschafft, werden die Verwaltungskosten der Verwaltungsstelle weiterhin aus dem Staatshaushalt gedeckt, wodurch öffentliche Mittel für den Betrieb des Sonderregimes genutzt werden.
