Der paraguayische Tourismusminister Jacinto Santa María hat am Montag seinen Rücktritt eingereicht, nachdem er etwas mehr als drei Monate die Nationale Tourismusbehörde (Senatur) geleitet hatte. In einer auf seinen sozialen Netzwerken veröffentlichten Erklärung begründete Santa María seinen Schritt mit „persönlichen und Würdegründen“, ohne weitere Details zu den Umständen zu nennen.
Santa María hatte das Amt am 27. April übernommen und Angie Duarte abgelöst. In seiner Abschiedsbotschaft verteidigte er seine kurze Amtszeit und betonte, mit „Ehrlichkeit, Einsatz und Patriotismus“ gearbeitet zu haben. Er versicherte, die Bürger Paraguays „nie belogen und nie im Stich gelassen“ zu haben. Der ehemalige Minister kündigte an, in den Privatsektor zurückzukehren, um weiterhin die Entwicklung des Tourismus im Land zu fördern.
Der Rücktritt erfolgt zu einem sensiblen Zeitpunkt, nur wenige Wochen vor Beginn der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) Paraguay 2026, einem der wichtigsten touristischen Großereignisse des Landes, das im Departamento Itapúa stattfinden wird. Nur einen Tag vor seinem Ausscheiden hatte Santa María noch an einem Treffen mit dem Schweizer Botschafter Álvaro Borghi teilgenommen, um Kooperationsmöglichkeiten im Naturtourismus zu besprechen, darunter die Aufwertung des Museo Bertoni.
Um ihn umgehend zu ersetzen, unterzeichnete Präsident Santiago Peña das Dekret Nr. 6568/26 und ernannte Javier Eduardo Ramírez Valdez zum kommissarischen Minister der Senatur. Ramírez ist seit 2007 Beamter der Behörde und war zuletzt Direktor für Tourismusmanagement.
Der Minister für Industrie und Handel (MIC), Marco Riquelme, wies Spekulationen zurück, wonach Santa Marías Rücktritt auf Meinungsverschiedenheiten zurückzuführen sei, und bestätigte zugleich einen Regierungsplan: die Zusammenlegung der Senatur mit dem MIC zu einem neuen Ministerium für Industrie, Handel und Tourismus. Riquelme kündigte an, sich am Mittwoch mit Vertretern der Branche zu treffen, um das Vorhaben zu erläutern, das dem Tourismus „eine neue Priorität“ und ministeriellen Status verleihen soll.
Präsident Peña selbst bekräftigte die Fusionspläne und argumentierte, der Tourismus sei eine Branche mit enormem Potenzial, die starke Synergien mit der Politik des MIC aufweise – insbesondere wegen des Profils der Unternehmen im Sektor, die überwiegend Mikro-, Klein- und Mittelbetriebe (Mipymes) seien. Er dankte Santa María für seine Arbeit und betonte, der Ex-Minister sei „mit Würde“ gegangen.
