Paraguay verzeichnet Rückgang bei PISA 2025 und wechselt Führung der Hochschulbildung

Paraguay gehört bei der PISA-Studie 2025 zu den schwächsten Leistungen in Lateinamerika, mit Rückgängen in Lesekompetenz, Naturwissenschaften und Mathematik. Gleichzeitig wurde Hermenegildo Cohene Velázquez zum Vorsitzenden des Nationalen Rates für Hochschulbildung ernannt und löst damit Luis Fernando Ramírez ab.

Paraguay verzeichnet Rückgang bei PISA 2025 und wechselt Führung der Hochschulbildung

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeigen, dass Paraguay zu den Ländern mit den schwächsten Leistungen in Lateinamerika zählt. In Lesekompetenz und Naturwissenschaften gab es Rückgänge, während die Grundkenntnisse in Mathematik auf sehr niedrigem Niveau liegen. Die internationale Erhebung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) misst die Leistungen von 15-jährigen Schülern und wurde in dieser Ausgabe erstmals computerbasiert durchgeführt.

Paraguay erreichte 352 Punkte in Lesekompetenz, 355 in Naturwissenschaften und 334 in Mathematik. Im Vergleich zu 2022 sank die Punktzahl in Lesekompetenz um 21 Punkte, in Naturwissenschaften um 13 und in Mathematik um vier Punkte. Laut OECD blieben 69,4 Prozent der paraguayischen Schüler in allen drei Bereichen gleichzeitig unter Kompetenzniveau 2 – der Mindestschwelle. Nur 0,1 Prozent erreichten die höchsten Niveaus 5 oder 6.

Die veröffentlichten Zahlen zur Lesekompetenz zeigen, dass nur 24 Prozent der Schüler das Grundniveau überschritten, verglichen mit 69 Prozent im OECD-Durchschnitt. In Mathematik waren es 10 Prozent (gegenüber 64 Prozent im OECD-Schnitt), in Naturwissenschaften 24 Prozent (gegenüber 74 Prozent). Im regionalen Vergleich lag Paraguay nur vor Guatemala, während Uruguay und Chile zu den besten Ergebnissen in Lateinamerika zählten.

Bildungsminister Luis Fernando Ramírez führte einen Teil des Rückgangs auf die Auswirkungen der Pandemie auf die Schülergeneration zurück, die zum Zeitpunkt der Schulschließungen die vierte bis sechste Klasse besuchte. Er verwies zudem auf den Übergang von Papier zu Computer und betonte, dass Schulen die Schüler noch immer auf ein anderes Modell vorbereiten als das von der PISA-Studie geforderte, das auf Interpretation, kritischem Denken und Wissensanwendung basiert.

Allerdings äußerte sich der Minister unterschiedlich zur Rolle der Sprache. In einem Interview erklärte Ramírez, dass viele Schüler Guaraní sprechen und daher spezifische Strategien erforderlich seien. Er behauptete, ein Test in dieser Sprache könnte zu besseren Ergebnissen führen. In einer anderen Stellungnahme wies er jedoch zurück, dass Guaraní „schuld“ an den Rückgängen sei, räumte aber ein, dass die Sprache zu einer anderen Bildungsdynamik beitrage. Diese Argumente ersetzen keine Datenanalyse und belegen für sich genommen keinen kausalen Zusammenhang.

Ramírez verwies zudem auf Probleme in der Lehrerausbildung. Laut einer vom Bildungsministerium genannten Diagnose wurden 109.509 Lehrkräfte in Leseverständnis getestet, von denen 79.000 das erwartete Niveau nicht erreichten. Der Minister forderte eine Stärkung der Leseförderung ab dem frühen Kindesalter, die Verteilung zweisprachiger Bücher, einen gezielten Einsatz von Technologie und eine Vorbereitung auf die PISA-Studie 2028. Er betonte, dass die Regierung über 20 Millionen Bücher verteilt habe und das Nationale System zur Bewertung des Bildungsprozesses priorisieren werde, das an die paraguayische Realität angepasst sei.

Die Situation steht im Kontext eines breiteren regionalen Stillstands oder Rückgangs. Die PISA-Studie 2025 zeigte Rückgänge in Mathematik in Argentinien und Mexiko, Stabilität in Ländern wie Brasilien und Kolumbien sowie einen Rückgang Chiles in Mathematik und Lesekompetenz. Selbst die besten Bildungssysteme Lateinamerikas bleiben weit hinter den globalen Spitzenreitern zurück – eine Differenz, die mit Ungleichheiten, Lehrerausbildung, Infrastruktur, Schulabdeckung und Kontinuität der Bildungspolitik zusammenhängt.

Parallel zur Krise in den Grundkompetenzen kündigte das Bildungsministerium einen Führungswechsel in der Hochschulbildung an. Die Resolution Nr. 1.238 ernannte Hermenegildo Cohene Velázquez zum Vorsitzenden des Nationalen Rates für Hochschulbildung (Cones), der für die Entwicklung und Koordinierung von Politik im Hochschulbereich zuständig ist. Er löst Ramírez ab, ist seit März Vizeminister für Hochschulbildung und zudem Rektor der Nationalen Universität Itapúa. Der Grund für den Wechsel wurde nicht mitgeteilt.

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Quellen (11)

Aktualisiert: 10.09.2026, 01:00