Peña kritisiert Ungleichgewichte im Mercosur-EU-Abkommen auf Gipfel in Luque

Der paraguayische Präsident Santiago Peña kritisierte die Asymmetrien im Mercosul-EU-Abkommen während des Gipfels in Luque und hob Ungleichheiten bei Exportquoten und logistischen Kosten hervor. Unterdessen billigten die Staats- und Regierungschefs Verhandlungen mit Japan und gedachten der Opfer der Erdbeben in Venezuela.

Der paraguayische Präsident Santiago Peña kritisierte die "Asymmetrien" im Handelsabkommen zwischen Mercosur und der Europäischen Union während des 68. Gipfels des Blocks in Luque. Peña erklärte, die Umsetzung des im Januar nach 25-jährigen Verhandlungen unterzeichneten Abkommens habe in Paraguay einen "bitteren Nachgeschmack" hinterlassen, da die Exportquoten für den europäischen Markt ungleich verteilt seien.

„Das Spielfeld ist nicht für alle gleich. Wir haben nicht den gleichen Markt, nicht die gleichen Industrien und nicht die gleiche Logistik“, sagte Peña zur Eröffnung des Treffens, an dem Staatschefs aus Brasilien, Uruguay, Bolivien, Chile und Ecuador teilnahmen. Der argentinische Präsident Javier Milei sagte seine Teilnahme aufgrund der politischen Krise in seinem Land ab.

Der paraguayische Außenminister Rubén Ramírez Lezcano hatte bereits in vorherigen Ministertreffen auf das Problem hingewiesen. Er argumentierte, die Paraguay zugewiesenen Quoten würden weder sein Produktionspotenzial noch die in den Verhandlungen eingegangenen Verpflichtungen widerspiegeln. „Paraguay fordert keine Privilegien, sondern Fairness“, betonte Ramírez.

Peña hob die zusätzlichen Herausforderungen Paraguays als Binnenland hervor: „Jeder Container, der Paraguay verlässt, trägt Hunderte von Kilometern und zusätzliche Kosten, die andere nicht tragen.“ Der Präsident fragte: „Wollen wir einen Mercosur, in dem der Stärkere den Schwächeren tritt?“

Trotz der Kritik würdigte Peña den Mercosur als „das wichtigste Integrationswerkzeug des Kontinents“ und begrüßte die Übergabe der pro-tempore-Präsidentschaft an Uruguay. Das mit der EU derzeit vorläufig angewendete Abkommen soll einen integrierten Markt von 700 Millionen Menschen schaffen und über 90 % der Zölle zwischen den Blöcken abbauen.

Die Staatschefs stimmten zudem dem Beginn von Verhandlungen mit Japan zu und hielten auf Bitte des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva eine Schweigeminute für die Opfer der Erdbeben in Venezuela ein.

Quellen (14)

Aktualisiert: 01.07.2026, 08:51