Die Ankündigung millionenschwerer Investitionen zur Errichtung von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) in Paraguay in Partnerschaft mit Taiwan stelle eine historische Chance dar. Um diese Entwicklung zu nutzen, müssten jedoch dringend die Engpässe im Stromnetz beseitigt und die Energieversorgung langfristig geplant werden. Dies erklärte der Energieexperte Dr. Victorio Oxilia Dávalos.
Der Experte betonte, dass das Land über hochkompetitive Fachkräfte verfüge, um den technischen Bedarf dieser Technologiegiganten zu decken. „Wir haben hochqualifiziertes Humankapital in den Computerwissenschaften, das den Ausbildungsanforderungen gerecht werden oder sich leicht an die Bedürfnisse und Innovationen anpassen kann“, sagte er.
Oxilia Dávalos wies darauf hin, dass die derzeitige Infrastruktur auf eine hohe Belastung ausgelegt sei, warnte jedoch, dass die Ausbaupläne der Nationalen Elektrizitätsverwaltung (ANDE) hinterherhinken. „Wie wollen wir das Nachfragewachstum in den nächsten 10 oder 20 Jahren stemmen?“, fragte er.
Der Experte schlägt vor, die Rechenzentren an strategischen und leistungsstarken Stromknotenpunkten zu errichten, etwa in der Nähe des Itaipu-Staudamms oder im Einflussbereich der Umspannwerke Yguazú oder Valenzuela. Er betonte zudem, dass jede Entscheidung eine detaillierte Untersuchung erfordere, da die Netze derzeit weitgehend ausgelastet seien. „Es muss untersucht werden, denn die Netze sind im Allgemeinen gesättigt“, präzisierte er.
Oxilia Dávalos forderte die paraguayische Regierung auf, nicht nur günstige Energie zu liefern, sondern die Ansiedlung dieser Unternehmen an Bedingungen zu knüpfen, um die nationale Entwicklung zu stärken. Ziel müsse ein Dominoeffekt sein, der spezialisierte Arbeitsplätze für die Landsleute schaffe, fügte er hinzu.