Der paraguayische Senat und der Rechnungshof (Contraloría General de la República, CGR), die oberste staatliche Kontrollbehörde, haben am Donnerstag ein Kooperationsabkommen zur Untersuchung mutmaßlich gefälschter Hochschulabschlüsse geschlossen. Durch die Zusammenarbeit sollen laufende Ermittlungen gebündelt und beschleunigt werden.
Unterzeichnet wurde die Vereinbarung vom Kongresspräsidenten Basilio "Bachi" Núñez und Rechnungshofpräsident Camilo Benítez. Anwesend war auch Senator Patrick Kemper, der den parlamentarischen Sonderausschuss zu dem Fall leitet. Kemper erklärte, die gemeinsame Arbeit solle die Ermittlungskapazität erweitern und staatliche Ressourcen effizienter einsetzen.
Benítez zufolge führte der Rechnungshof bereits eine Sonderprüfung durch und richtete rund ein Dutzend Auskunftsersuchen an staatliche Stellen. Die Untersuchungen betreffen drei Bereiche: fehlende Qualitätsakkreditierungen durch die nationale Agentur für Bewertung und Akkreditierung im Hochschulwesen (ANEAES), unrechtmäßig zugelassene Studiengänge durch den Nationalrat für Hochschulbildung (CONES) und unmittelbar gefälschte Abschlussurkunden.
Durch den Abgleich von Daten unter anderem des Bildungsministeriums sowie des Wirtschafts- und Finanzministeriums soll nachvollzogen werden, ob Gehälter oder Zulagen aus öffentlichen Mitteln auf Grundlage fragwürdiger Abschlüsse gezahlt wurden. Benítez kündigte an, Hinweise auf strafbare Handlungen an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten.
