Die Regierung Paraguays und der Nationale Ärzteverband (Sinamed) haben eine Einigung erzielt, um die Forderungen der Ärzteschaft zu erfüllen und den für den 21. und 22. September angekündigten Streik abzuwenden. Wie Rossana González, Generalsekretärin des Sinamed, mitteilte, muss der Vorschlag noch in einer Vollversammlung der Ärzte beraten und bestätigt werden; ein Termin dafür stand noch nicht fest.
Die Vereinbarung wurde am 14. September in der Präsidialresidenz Mburuvicha Róga getroffen. Anwesend waren Präsident Santiago Peña, Vizepräsident Pedro Alliana, Gesundheitsminister Isaías Fretes, Arbeitsministerin Mónica Recalde sowie der Chef des Zivilkabinetts, Javier Giménez.
Kernpunkt der Einigung ist eine Gehaltserhöhung von bis zu 2 Millionen Guaraní pro Arbeitsverhältnis für angestellte, fest angestellte und in Ausbildung befindliche Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen. Die Erhöhung soll 2027 schrittweise erfolgen: 500.000 Guaraní im April, weitere 500.000 Guaraní im Juli und 1 Million Guaraní im Dezember.
Die Regierung schätzt, dass die Maßnahme etwa 102 Millionen US-Dollar kosten wird. Die Mittel sollen durch eine Überprüfung der öffentlichen Ausgaben und die Haushaltsberatungen im Kongress bereitgestellt werden.
Zudem sieht die Vereinbarung eine Beschleunigung der Festanstellungen vor. Von den 2.300 Ärzten, die derzeit ihre Unterlagen für eine Festanstellung eingereicht haben, sollten ursprünglich 490 Stellen noch in diesem Jahr besetzt werden. Weitere 1.500 Stellen sind für 2027 geplant.
Für Medikamente und medizinisches Material sind im Haushalt 2027 zusätzlich 260 Millionen US-Dollar vorgesehen. Die Einigung umfasst auch die Vergütung von Arbeit an Feiertagen. Laut einem Bericht der Zeitung *Hoy* soll die Vergütung 1 Million Guaraní pro Feiertag betragen und doppelt gezahlt werden. Da diese Angabe jedoch nicht durch andere Quellen bestätigt wird, gilt sie hier nicht als verbindlicher Bestandteil der Vereinbarung.
„Heute können wir sagen, dass die vier Hauptgründe für den Streik beantwortet wurden“, erklärte González laut einer Mitteilung des Präsidialamts. Sie hoffe auf die Zustimmung der Ärzte und betonte, dass diese eine „konstruktive Kontrollfunktion“ bei der Umsetzung der Maßnahmen im Sinne der Patienten übernehmen würden.
Gesundheitsminister Isaías Fretes bezeichnete die Einigung laut dem Präsidialamt als „historischen Moment für die paraguayische Medizin“ und als Antwort auf „langjährige Forderungen“ des Sektors. Der Chef des Zivilkabinetts wies darauf hin, dass die offizielle Aussetzung des Streiks von der Entscheidung der Vollversammlung abhängt.
