Der Senat hat Anfragen an die Zentralbank Paraguays (BCP), die für die Aufsicht über das Finanzsystem zuständig ist, zu den Operationen der Ueno Bank beschlossen. Die Abstimmung erfolgte vor dem Hintergrund von Fragen der Abgeordneten zur Expansion der Bank, zur Konzentration öffentlicher Einlagen und möglichen politischen Verbindungen.
Insgesamt wurden 28 in der Tagesordnung enthaltene Anfragen sowie drei weitere, die während der Sitzung eingebracht wurden, angenommen. Eine davon fordert vom BCP Daten zu den Operationen der Ueno Bank an. Die Senatorin Celeste Amarilla erklärte, sie unterstütze die Anfragen, da dieses Instrument eine Pflicht des Kongresses sei, wenn ein öffentliches Interesse oder die Verwendung staatlicher Mittel im Raum stehe. Sie betonte jedoch, dass eine Informationsanfrage nicht mit einer Anschuldigung gleichzusetzen sei.
Der Senator Rafael Filizzola von der Demokratisch-Progresiven Partei (PDP) sagte, der Fall der Ueno Bank habe spezifische Merkmale und dürfe nicht mit einem allgemeinen Verdacht gegen das Bankensystem verwechselt werden. Laut Zahlen, die er vorlegte, belaufen sich die Staatseinlagen bei der Bank auf 863 Millionen US-Dollar, wobei der Betrag bei Einbeziehung autonomer Einrichtungen noch höher ausfallen könnte.
Filizzola brachte das Wachstum der Bank mit der Zeit nach der Wahl von Santiago Peña in Verbindung und verwies auf die Entwicklung, die mit dem Kreditinstitut Credicentro begann. Zudem stellte er Fragen zu gesellschaftsrechtlichen Verbindungen, die laut seiner Darstellung ein Unternehmen in Luxemburg und Francisco Peña Palacios, den Bruder des Präsidenten, betreffen könnten. Diese Hinweise wurden als politische Fragen vorgebracht und sind im analysierten Material nicht durch unabhängige Belege gestützt.
Ein weiterer Kritikpunkt war der Wechsel von Carlos Carvallo Spalding, dem ehemaligen Präsidenten der Ueno Bank, an die Spitze der Zentralbank. Filizzola bezeichnete dies als möglichen Fall eines „Drehtür-Effekts“ und kritisierte Gesetzesänderungen, die seiner Einschätzung nach die Beschränkungen für den Wechsel von Führungskräften aus der Privatwirtschaft in öffentliche Aufsichtsfunktionen gelockert hätten.
Der Senator behauptete zudem, eine der vom Konzern übernommenen Institutionen sei „unter vorgehaltener Waffe und unter Drohungen“ erworben worden. Diese Aussage ist eine schwere Anschuldigung, für die im verfügbaren Material keine Dokumente oder gerichtlichen Entscheidungen vorgelegt wurden. Er stellte außerdem die Bilanzierung eines angeblichen Fehlbetrags von etwa 300 Millionen US-Dollar infrage, der über 20 Jahre verteilt worden sei, und sagte, dies könne ein negatives Eigenkapital verschleiern.
Auch die Expansion im Kreditkartengeschäft wurde thematisiert. Filizzola schätzte, dass die Ueno Bank etwa 43 % des Marktes halte, und warnte vor dem Risiko von Zahlungsausfällen, das mit der beschleunigten Kreditvergabe an Verbraucher mit geringer Zahlungsfähigkeit einhergehe.
Amarilla beschrieb die Auseinandersetzung als möglichen „Krieg“ zwischen der Banco Basa und der Ueno Bank, der die politische Rivalität zwischen Horacio Cartes, dem Führer der Bewegung Honor Colorado, und Santiago Peña widerspiegeln könnte. Die Senatorin behauptete zudem, dass Änderungen an einem Notfallprojekt für das Institut für Soziale Vorsorge (IPS) einen Treuhandfonds enthalten könnten, der möglicherweise der Ueno Bank zugutekomme, und stellte eine angebliche Forderung infrage, wonach Kreditnehmer ein Konto bei der Bank eröffnen müssten. Diese Hypothesen bedürfen noch einer dokumentarischen Überprüfung.
