Der Senator Ever Villalba von der Authentischen Radikal-Liberalen Partei (PLRA) hat im Plenum des Senats eine formelle Anzeige gegen das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) eingereicht, das von Claudia Centurión geleitet wird. Dem Parlamentarier zufolge wiesen 13 von dem Ministerium zwischen 2024 und 2025 durchgeführte Ausschreibungen eine Überfakturierung von mehr als 157 Millionen US-Dollar auf.
Villalba erklärte, die Endwerte der Zuschläge hätten die vom Ministerium selbst festgelegten Referenzpreise um Margen zwischen 50 % und 80 % überschritten. Er stellte die Frage, ob das technische Team des MOPC bei der Erstellung der Basisbudgets inkompetent sei oder ob es eine "rechtswidrige Vereinigung zur Begehung von Straftaten" gebe.
Der Betrag, der fast einer Billion Guaraní (G. 943,611 Milliarden) entspricht, wurde vom Senator als Verschwendung öffentlicher Mittel dargestellt. Er argumentierte, mit diesem Geld könnten 72 % des Haushaltsdefizits für 2025 gedeckt, 67 % der für strategische Sektoren im Jahr 2026 geplanten Budgeterhöhung finanziert oder sogar das Budget für onkologische Medikamente des Nationalen Krebsinstituts (INCAN) verdoppelt werden.
Darüber hinaus beschuldigte der Senator das MOPC, willkürlich Bieterunternehmen ausgeschlossen zu haben, die Angebote nahe dem Referenzpreis vorgelegt hatten, um die Arbeiten an Konsortien mit deutlich höheren Werten zu vergeben.
Villalba hatte bereits eine Strafanzeige gegen Ministerin Centurión eingereicht, die sich auf eine angebliche Verantwortung für Todesfälle auf der Ruta PY08 bezog. Angesichts der neuen Vorwürfe forderte er den Senat auf, die Ministerin zur Stellungnahme vorzuladen, bevor der Fall den Strafbehörden übergeben wird. Der Parlamentarier kritisierte auch, was er als "zweierlei Maß" der Staatsanwaltschaft bezeichnete, und verwies auf den Fall des ehemaligen Verwaltungschefs Miguel Prieto, der seiner Aussage nach auf Basis weniger substanzieller Beweise angeklagt worden sei.
