Staatsanwaltschaft geht von Sturz nach Unwohlsein aus, schließt Gewalt gegen Hugo Javier jedoch nicht aus

Die paraguayische Staatsanwaltschaft geht vorrangig von einem Sturz nach einem medizinischen Unwohlsein als Ursache für die Verletzungen von Hugo Javier González aus, lässt aber die Möglichkeit einer Gewalttat offen, bis weitere Untersuchungen und Gutachten vorliegen. Sein Zellengenosse bestätigte die Version, während die Verteidigung einen gezielten Angriff ausschließt.

Staatsanwaltschaft geht von Sturz nach Unwohlsein aus, schließt Gewalt gegen Hugo Javier jedoch nicht aus

Die paraguayische Staatsanwaltschaft prüft zwei Hypothesen, um die Verletzungen von Hugo Javier González in seiner Zelle zu erklären: einen Sturz infolge eines medizinischen Unwohlseins oder eine mögliche Gewalttat. Staatsanwalt Luis Chamorro erklärte, dass die erste Version nach der Aussage von Luis Giménez, dem Zellengenossen des ehemaligen Gouverneurs des Departamento Central, an Gewicht gewonnen habe. Die endgültige Klärung hänge jedoch von noch ausstehenden medizinischen Untersuchungen und Gutachten ab.

Giménez berichtete, dass beide gegen 21:30 Uhr zu Bett gegangen seien und er gegen 23 Uhr ein Geräusch gehört habe. Beim Aufstehen habe er Hugo Javier bäuchlings auf dem Boden liegend vorgefunden und Hilfe gerufen. Laut Chamorro stimme diese Version mit den Aussagen von etwa 20 Personen überein, die an der Erstversorgung und dem Transport ins Krankenhaus beteiligt waren. Auch die Aufnahmen der Sicherheitskameras zeigten keine andere Person, die die Zelle betreten habe.

Der Staatsanwalt betonte jedoch, dass die Vielzahl und Schwere der Verletzungen – darunter im Gesicht, an den Wangenknochen und auf beiden Körperseiten – die Möglichkeit einer Gewalttat weiterhin offenhalte. Eine Rekonstruktion soll prüfen, ob der geschilderte Hergang mit den Verletzungen und der Dynamik eines Sturzes aus eigener Körperhöhe vereinbar ist. Zudem werde untersucht, warum der Tatort vor Eintreffen der Ermittler gereinigt wurde.

Giménez und der Mithäftling Fabio Martínez wurden am Montag, dem 14. September, von der Justizvollzugsanstalt Esperanza in die Zentrale der Staatsanwaltschaft in Asunción gebracht. Die Vernehmung musste zunächst wegen eines Stromausfalls im Bereich der gewöhnlichen Haftanstalten unterbrochen werden, woraufhin die Häftlinge zurück in die Anstalt gebracht wurden. Später sagte Giménez vor dem Staatsanwalt aus und wiederholte seine Version des Sturzes.

Die Ermittler warten zudem auf die Aussagen der Ärzte, die Hugo Javier in den ersten Stunden nach dem Vorfall behandelten. Die in den Akten genannten Befunde deuten auf einen grippalen Infekt, Fieber und eine Hirnhautentzündung hin, wobei der Beginn der Erkrankung noch geklärt werden muss. Das abschließende medizinische Gutachten soll Aufschluss darüber geben, ob eine körperliche Entgleisung die Verletzungen erklären kann.

Parallel dazu erklärte der Anwalt Bernardo Villalba, dass er einen gezielten Anschlag auf seinen Mandanten ausschließe. Er teilte mit, dass eine Verfassungsbeschwerde gegen die Verurteilung von Hugo Javier beim Verfassungsgericht des Obersten Gerichtshofs anhängig sei. Der ehemalige Gouverneur verbüßt eine zehnjährige Haftstrafe in einem Verfahren wegen 14 als fiktiv eingestufter Bauprojekte. Villalba verweist darauf, dass Gutachten und amtliche Dokumente die Existenz der Bauprojekte und die Verwendung von 5.105.000.600 Guaraní belegten. Diese Aussagen entsprechen jedoch der Position der Verteidigung und ändern für sich genommen nichts an der bestehenden Verurteilung.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (8)

Aktualisiert: