Miguel Ángel de la Cruz Robles Ibarra stellte sich am Donnerstagmorgen, dem 10. September 2026, der Justizabteilung der Nationalpolizei und wurde in Gewahrsam genommen, um eine zehnjährige Haftstrafe wegen Veruntreuung von Mitteln der Regierung der Zentralprovinz in Paraguay anzutreten.
Der ehemalige Kabinettsdirektor des Ex-Gouverneurs Hugo Javier González erschien kurz vor 7 Uhr in der Polizeidienststelle. Die Beamten überprüften seine Daten im Quantum-System und bestätigten einen bestehenden Haftbefehl, der mit der rechtskräftigen Verurteilung wegen Untreue und weiterer Straftaten verbunden war.
Der Haftbefehl war durch das Justizschreiben Nr. 608 vom 3. August 2026 vom Strafvollstreckungsgericht für Wirtschaftsdelikte, Korruption und organisierte Kriminalität Nr. 3 unter der Leitung von Richter Carlos Luis Mendoza erlassen worden. Robles war nach Eintritt der Rechtskraft der Verurteilung auf freiem Fuß geblieben, während sich Hugo Javier bereits am 4. August gestellt hatte und in die Justizvollzugsanstalt Industrial Esperanza überführt worden war.
Das Gericht hatte Robles eine Frist zur freiwilligen Stellung gesetzt. Andernfalls wären die im Verfahren hinterlegten Sicherheiten, darunter Immobilien in verschiedenen Landesteilen, verwertet worden. Am Mittwoch, dem 9. September, erklärte der Richter die Sicherheiten für verfallen, sodass die Vermögenswerte einem möglichen gerichtlichen Zwangsverkauf unterlagen. Die Übergabe erfolgte, bevor weitere Schritte in dieser Angelegenheit eingeleitet wurden.
Robles und Hugo Javier waren im Januar 2025 in einem Fall verurteilt worden, der Mittel für Notstandsmaßnahmen während der Pandemie betraf. Laut den Urteilsgründen hatte die Regierung der Zentralprovinz 3.063.360.000 Guaraní an das Centro Integral de Apoyo Profesional (CIAP) für den Bau und die Instandhaltung öffentlicher Einrichtungen sowie 2.042.240.000 Guaraní für Straßenbauarbeiten überwiesen. Die Gesamtsumme belief sich auf 5.105.600.000 Guaraní.
Das Urteil stellte fest, dass 14 der als finanziert ausgewiesenen Projekte bereits vor den Auszahlungen realisiert worden waren und die Regierung keine Gegenleistung erhalten hatte. Die Vorsitzende Richterin Karina Cáceres bezeichnete Robles als Hauptverantwortlichen für die Planung und Durchführung des Betrugs und stellte fest, dass die Gelder letztlich unter seiner Kontrolle standen.
Das Verfahren trägt den Titel „Hugo Javier González Alegre u. a. wegen Untreue in Höhe von mehr als 5.500 Mindestlöhnen und weiterer Delikte“. Hugo Javier muss sich zudem in einem zweiten Verfahren verantworten, das einen Schaden von geschätzten 18,3 Milliarden Guaraní betrifft, der angeblich dem Nationalen Gesundheitsrat und zivilgesellschaftlichen Projekten zugeflossen sein soll.
