Staatsanwaltschaft in Paraguay ermittelt wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel der Stadtverwaltung von Asunción

Die Staatsanwaltschaft Paraguays führte Razzien gegen die mutmaßliche "Asphalt-Mafia" durch, um die Veruntreuung von Mitteln und Maschinen der Gemeinde Asunción für Bauarbeiten an einem privaten Sportkomplex und einem gewerblichen Parkplatz zu untersuchen.

Staatsanwaltschaft in Paraguay ermittelt wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel der Stadtverwaltung von Asunción
KI-generierte Illustration.

Die Staatsanwaltschaft Paraguays führte am Donnerstag eine Reihe von Razzien gegen die mutmaßliche "Asphalt-Mafia" durch, um den mutmaßlich unrechtmäßigen Einsatz öffentlicher Mittel der Stadtverwaltung von Asunción für private Bauprojekte zu untersuchen. Die Maßnahmen wurden von den Staatsanwälten Luis Piñánez García und Christian Benítez Cáceres von der Sonderabteilung für Wirtschaftsdelikte und Korruptionsbekämpfung (Unidad Especializada de Delitos Económicos y Anticorrupción, UDEA) geleitet.

Mit Genehmigung des Strafgerichtshofs für Wirtschaftsdelikte in zweiter Instanz wurden Durchsuchungen und Beschlagnahmungen in drei Betrieben durchgeführt: AP Construcciones, Condor SACI und Punto Perón. Während der Einsätze stellte sich heraus, dass das mutmaßliche Unternehmen, das die Asphaltierarbeiten hätte liefern sollen, nicht existiert. In den anderen Lokalitäten wurden Dokumente und digitale Daten beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden, um die Vorwürfe zu überprüfen.

Die Ermittlungen begannen nach Medienberichten, die mutmaßliche städtische Angestellte zeigten, die Maschinen und Material der Stadtverwaltung zur Pflasterung eines privaten Sportkomplexes nutzten. Den Anschuldigungen zufolge sollen etwa 900 Quadratmeter mit ungefähr 70 Tonnen Asphaltmischung asphaltiert worden sein, was einen Vermögensschaden von schätzungsweise über 100 Millionen Guaraníes verursacht habe.

Die Arbeiten sollen am 3. und 17. Juni 2026 während der Arbeitszeit der städtischen Teams ausgeführt worden sein. Audiovisuelle Aufnahmen würden zeigen, wie Angestellte die Arbeiten mit Geräten der Stadtverwaltung durchführten. Zudem bestehe der Verdacht, dass unrechtmäßig 350.000 Guaraníes pro Quadratmeter asphaltierte Fläche berechnet wurden, Gelder, die nie in der Stadtkasse angekommen seien.

Die Ermittlungen umfassen auch ein zweites Bauprojekt, das mutmaßlich mit öffentlichen Mitteln auf dem Parkplatz eines privaten Gewerbebetriebs durchgeführt wurde. In Sitzungen des Stadtrats wurden Videos vorgeführt, die erneut städtische Maschinen und mutmaßliche städtische Arbeiter bei Pflasterarbeiten zeigen sollen.

Anhand der beschlagnahmten Dokumente wird die Staatsanwaltschaft versuchen zu klären, ob ein systematisches Schema zur Nutzung öffentlichen Eigentums für private Zwecke bestand und ob Anklagen gegen Beamte oder Privatpersonen wegen mutmaßlicher Korruptionshandlungen erhoben werden können.

Quellen (2)

Aktualisiert: 25.07.2026, 01:27