Stadtverwaltung Itá erstattet Anzeige gegen ehemaligen Bürgermeister wegen mutmaßlicher Überteuerung von 1,4 Milliarden Guaraníes bei zwölf Bauprojekten

Die Stadtverwaltung Itá hat den ehemaligen Bürgermeister Jorge Di Martino bei der Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlicher Überteuerung von über 1,4 Milliarden Guaraníes bei zwölf Bauprojekten und weiterer vertraglicher Unregelmäßigkeiten angezeigt. Die Ermittlungen dauern noch an.

Stadtverwaltung Itá erstattet Anzeige gegen ehemaligen Bürgermeister wegen mutmaßlicher Überteuerung von 1,4 Milliarden Guaraníes bei zwölf Bauprojekten

Der amtierende Bürgermeister von Itá, Eliecel Achucarro, und Mitglieder des Stadtrats reichten am 2. September eine Anzeige gegen den früheren Bürgermeister Jorge Di Martino bei der Spezialeinheit für Wirtschaftsdelikte und Korruption der Staatsanwaltschaft in Asunción ein. Der Vorwurf lautet auf mutmaßliche Überteuerung und weitere Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung von zwölf öffentlichen Bauprojekten.

Die Entscheidung fiel im Stadtrat nach einer externen Finanz- und Buchprüfung während der Übergabe der Verwaltung. Achucarro erklärte, die Stadt habe die Amtsgeschäfte mit einem negativen Saldo von 230 Millionen Guaraníes in den sogenannten „echten Mitteln“ übernommen.

Laut dem Bericht der Anzeigenden wurden die zwölf Bauprojekte im Ausnahmeverfahren vergeben, mit der Begründung unaufschiebbarer Dringlichkeit, jedoch ohne die erforderliche Genehmigung der Nationalen Direktion für öffentliche Auftragsvergabe (DNCP). Die Verträge seien zudem ohne entsprechende Kennnummern abgeschlossen worden, und die Bauleistungen seien vollständig bezahlt worden, ohne dass eine formelle Zuschlagserteilung erfolgt sei – so die Darstellung der aktuellen Stadtverwaltung.

Die mutmaßliche Überteuerung wird auf über 1,4 Milliarden Guaraníes innerhalb von sechs Monaten geschätzt. Eine frühere Anzeige hatte bereits zehn Bauprojekte ohne vollständige Dokumentation wie Zuschlagserteilung oder Übergabeprotokolle erwähnt, außerdem Zahlungen vor Abschluss der Arbeiten. Da die Ermittlungen noch laufen, sind die genauen Beträge und die strafrechtliche Verantwortung von der Staatsanwaltschaft noch nicht bestätigt.

Der Stadtrat Juan Cárdenas erklärte, die Prüfung habe zudem Verzögerungen bei der Einzahlung von Stadteinnahmen festgestellt. Er nannte einen Rückstand von bis zu 9 Milliarden Guaraníes in diesem Zeitraum und sagte, allein im April seien über 1,3 Milliarden Guaraníes nicht eingezahlt worden. Zudem sei kritisiert worden, dass Mittel aus Lizenzgebühren für die Gehaltszahlungen verwendet worden seien – eine Praxis, die nach Angaben der Anzeigenden gesetzlich verboten ist.

Di Martino hatte sein Amt niedergelegt, um bei den Kommunalwahlen am 4. Oktober für eine Wiederwahl zu kandidieren. Er wurde vom Partido Liberal Radical Auténtico (PLRA) als offizieller Kandidat der Liste 2 aufgestellt. Nach seinem Rücktritt übernahm Achucarro die Verwaltung und ordnete die Verwaltungsprüfung an, die zur Anzeige führte. Die Spezialeinheit der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte und Korruption wird den Fall nun prüfen.

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Quellen (6)

Aktualisiert: 03.09.2026, 01:00