Die Staatsanwaltschaft von Paraguay hat durch ihre Spezialabteilung für die Bekämpfung des Drogenhandels und der organisierten Kriminalität formelle Anklage erhoben und die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen vier Personen beantragt. Ihnen werden Manipulationen zur Verschleierung von Vermögenswerten im Fall "Pavo Real" vorgeworfen. Die Angeklagten sind Alexandre Rodrigues Gomes, Sohn des verstorbenen Ex-Abgeordneten Eulalio "Lalo" Gomes; der Rechtsanwalt Oscar Tuma; sowie die Notarinnen Blanca Rossana Ozuna Leguizamón und María Luisa Verón de Jara.
Die Staatsanwälte José Martín Morínigo, Francisco Cabrera und Diana Gómez führen aus, dass Alexandre Rodrigues Gomes die Übertragung von vier Immobilien in Pedro Juan Caballero und acht Fahrzeugen veranlasst habe, obwohl gerichtliche Sicherungsmaßnahmen den Verkauf oder die Übertragung dieser Güter untersagten. Ziel sei es gewesen, eine künftige Beschlagnahme durch den Staat zu vereiteln. Die Anklage wirft ihm Geldwäsche in der Form der Vereitelung der Beschlagnahme sowie Anstiftung zur Anfertigung und Verwendung gefälschter öffentlicher Urkunden vor.
Dem Anwalt Oscar Tuma wird vorgeworfen, vier Immobilien als Honorarzahlung angenommen zu haben, obwohl er wusste, dass sein Client gerichtlich an der Verfügung über diese Güter gehindert war, und so zur Vereitelung der Beschlagnahme beigetragen zu haben. Den Notarinnen wird zur Last gelegt, dass sie die Übertragungen ermöglichten, indem sie öffentliche Urkunden mit falschem Inhalt autorisiert und verwendet hätten. Im Fall von Verón de Jara heißt es in der Anklage, sie habe die Übertragung von Fahrzeugen, darunter ein Dodge 2500 und ein Toyota Land Cruiser, durch notarielle Urkunden formalisiert, die fälschlicherweise die persönliche Anwesenheit von Rodrigues Gomes behaupteten, der zu diesem Zeitpunkt in Encarnación in Haft saß.
Als Reaktion wies der Anwalt Oscar Tuma die Anklage entschieden zurück und bezeichnete sie als schwerwiegenden juristischen Fehler und politische Verfolgung. Er argumentierte, dass Geldwäsche ein abgeleitetes Delikt sei, das den Nachweis einer Hauptstraftat voraussetze, was im Hauptverfahren noch nicht geschehen sei. Tuma erklärte, dass er als Anwalt nicht verpflichtet sei, die Herkunft der Vermögenswerte seiner Mandanten zu untersuchen, und dass die Transaktion transparent mit der Ausstellung legaler Rechnungen und öffentlicher Deklaration erfolgt sei. "Hier geht es einzig darum, bestimmte Personen zum Schweigen zu bringen", erklärte er und deutete damit eine instrumentelle Nutzung der Justiz an.
