Die im Entwurf des Staatshaushalts 2027 geplante Subvention für den öffentlichen Verkehr soll um 35 % auf etwa 74 Millionen US-Dollar ansteigen. César Ruiz Díaz, Präsident des Unternehmerverbands für den öffentlichen Verkehr im Großraum Asunción (Cetrapam), erklärte, die Erhöhung ergebe sich aus gestiegenen Betriebskosten und einer politischen Entscheidung des Staates.
„Die Erhöhung hat zwei Gründe: die gestiegenen Kosten im Verkehrssektor und eine politische, keine unternehmerische Entscheidung“, sagte Ruiz Díaz. Er betonte, die Fortführung der Subvention hänge von der Regierung ab, und warnte, dass ein eingefrorener Tarif den Druck auf den Haushalt des Wirtschaftsministeriums weiter erhöhe.
Die aktuellen Tarife betragen 6.801 Guaraní für den differenzierten Service und 5.351 Guaraní für den regulären Verkehr. Laut dem Verbandsvertreter basieren die Berechnungen der technischen Tarife – die sich aus dem Fahrgastanteil und der staatlichen Ausgleichszahlung zusammensetzen – jedoch auf Werten, die seit neun Monaten nicht mehr aktualisiert wurden.
Ruiz Díaz bestätigte, dass die Subventionszahlungen pünktlich erfolgen, allerdings auf Grundlage einer veralteten Tarifberechnung. In der Praxis bedeutet dies, dass der Staat die Mittel auf Basis von Kosten überweist, die unter den aktuellen Betriebskosten der Unternehmen im Großraum Asunción liegen.
Der Präsident des Cetrapam forderte zudem eine dringende Überarbeitung der Berechnungsmethode. Der Sektor orientiert sich an einem brasilianischen Tarifmodell, das laut Ruiz Díaz seit über einem Jahrzehnt nicht mehr aktualisiert wurde. Der Verband plädiert dafür, die Berechnung an die aktuellen Betriebskosten und die Bedingungen der Verkehrsinfrastruktur anzupassen.
„Auch Schlaglöcher auf den Straßen verursachen Kosten, weil sie die Busse beschädigen“, sagte Ruiz Díaz und forderte, diesen Faktor in die Tarifstruktur einzubeziehen sowie klare Verantwortlichkeiten für den Zustand der Straßen festzulegen.
Für die Fahrgäste könnte die Erhöhung der Subvention einen unmittelbaren Anstieg der Tarife verhindern, verlagert jedoch einen größeren Teil der Kosten auf den Staatshaushalt. Ohne eine Aktualisierung der technischen Tarife wird die Differenz zwischen dem vom Nutzer gezahlten Preis und den tatsächlichen Kosten des Dienstes weiterhin vom Staat ausgeglichen.
