US-Notenbank erhöht Leitzinsen – Druck auf Guaraní-Anlagen und mögliche Wechselkursauswirkungen in Paraguay

Die Anhebung der US-Leitzinsen auf eine Spanne von 3,75 % bis 4 % könnte den Dollar stärken und die Attraktivität von Anlagen in Guaraní verringern. Analysten gehen jedoch davon aus, dass interne Faktoren die unmittelbaren Auswirkungen auf den paraguayischen Wechselkurs begrenzen werden.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins auf eine Spanne zwischen 3,75 % und 4 % angehoben – die erste Erhöhung seit Juli 2023. Die Entscheidung könnte den Dollar stärken und die internationale Finanzierung verteuern. Ökonomen schätzen jedoch, dass interne Faktoren die unmittelbaren Auswirkungen auf den Guaraní begrenzen werden.

Die Anpassung erfolgt in einem Umfeld, in dem die Inflation in den USA noch immer über dem Zielwert von 2 % liegt. Im August verzeichnete der Verbraucherpreisindex einen jährlichen Anstieg von 3,4 %, während die steigenden Ölpreise die Risiken für die Energiekosten erhöhten. Die Entscheidung löste auch Diskussionen über die Unabhängigkeit der Geldpolitik angesichts des Drucks von US-Präsident Donald Trump aus, der Zinssätze von 1 % oder weniger fordert, um Investitionen und die Reindustrialisierung der USA zu fördern.

Für Paraguay könnten höhere US-Zinsen den relativen Vorteil von Anlagen in Guaraní verringern. Sollte sich die Differenz zwischen dem US-Leitzins und dem Leitzins der paraguayischen Zentralbank (BCP), die für die Geldpolitik des Landes verantwortlich ist, verringern, könnten Anleger ihre Dollar-Exposition erhöhen und die Zusammensetzung ihrer Portfolios anpassen.

Rodrigo Ibarrola, Ökonom und Forscher am Zentrum für Analyse und Verbreitung der paraguayischen Wirtschaft (Cadep), erklärte, dass dieser Zinsunterschied derzeit relevanter sei als ein unmittelbarer und signifikanter Kapitalabfluss. Seiner Ansicht nach könnten der Handelsüberschuss Paraguays und der Anstieg der Deviseneinnahmen durch ausländische Direktinvestitionen einen Teil des externen Drucks ausgleichen.

Manuel Ferreira, Ökonom und ehemaliger Finanzminister, bezeichnete die Anpassung als geringfügig und sagte, ihre Auswirkungen auf den Dollar-Kurs in Paraguay könnten begrenzt sein. Seiner Einschätzung nach werde der lokale Wechselkurs vor allem durch den Dollar-Zufluss beeinflusst, unter anderem nach der im Februar durchgeführten Schuldenemission der Regierung.

Eine weitere Variable wird die Strategie des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen für die nächste öffentliche Finanzierung sein. Ferreira erklärte, die Regierung müsse sich zwischen einer Emission in Guaraní oder in Dollar entscheiden und nannte einen Finanzierungsbedarf von 1,27 Milliarden US-Dollar. Falls die Anleihen in Guaraní ausgegeben würden, müssten die von Investoren eingesetzten Dollar ins Land fließen und umgetauscht werden, was den Kurs des US-Dollars drücken könnte. Eine Emission in Dollar hätte eine andere Wechselkurswirkung.

Ibarrola schätzte, dass der Dollar Ende 2026 zwischen 5.900 und 6.100 Guaraní notieren könnte – eine Spanne, die nahe an den Prognosen der Erwartungsbefragung der BCP liegt. Er betonte jedoch, dass es für eine verlässliche Vorhersage noch zu früh sei. Derzeit sehe er keinen Grund für die Zentralbank, ihren Leitzins zu erhöhen: Die Inflation bleibe niedrig, und der Wechselkurs werde als Transmissionskanal für Preise beobachtet, nicht als isoliertes Ziel.

Das Szenario könnte sich ändern, falls die Federal Reserve noch in diesem Jahr eine weitere Zinserhöhung vornimmt. In diesem Fall würde das Ergebnis von der Wechselwirkung zwischen Zinsdifferenz, Exportperformance, Zahlungsbilanz, Investitionsströmen und den Entscheidungen der paraguayischen Regierung über die Staatsverschuldung abhängen.

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Quellen (3)

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