Dollar fällt in Paraguay auf 5.940 Guaraní – nahe Tiefstständen seit 2018

Am 31. August 2026 wurde der Dollar in Paraguay für etwa 5.940 Guaraní gehandelt, nahe dem Durchschnittsniveau von Ende 2018. Die Aufwertung des Guaraní belastet Exporteure, begünstigt jedoch Verbraucher und Unternehmen beim Kauf von Produkten und Dienstleistungen im Ausland.

Dollar fällt in Paraguay auf 5.940 Guaraní – nahe Tiefstständen seit 2018

Am Montag, dem 31. August 2026, wurde der Dollar in Wechselstuben Paraguays für etwa 5.940 Guaraní verkauft, während der Referenzkurs der paraguayischen Zentralbank (BCP) bei rund 5.903 Guaraní lag. Damit nähert sich der Wert den Durchschnittswerten von Ende 2018 an: Im November jenes Jahres betrug der Kurs 5.936,25 Guaraní, im Dezember 5.927,68 Guaraní.

Die Differenz zwischen dem Verkaufskurs im Einzelhandel und dem Referenzkurs der BCP belief sich auf 36,69 Guaraní pro Dollar. Der Rückgang verläuft entgegen der jüngsten Entwicklung auf einigen internationalen Märkten und weckt erneut die Sorge von Exporteuren, Landwirten und Industrieunternehmen, die in Dollar abrechnen, deren Kosten jedoch hauptsächlich in Guaraní anfallen.

Der Ökonom Manuel Ferreira bezeichnete die Situation als ungewöhnlich. „Wir bewegen uns gegen den globalen Trend. Während der Dollar in anderen Volkswirtschaften steigt, fällt er hier“, erklärte er. Seiner Einschätzung nach verringert die Aufwertung des Guaraní die Einnahmen exportorientierter Unternehmen in Landeswährung und könnte ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.

Ein Protokoll des geldpolitischen Ausschusses der BCP zeigt, dass die Stärkung der regionalen Währungen nicht auf Paraguay beschränkt ist. Seit der vorherigen Sitzung des Ausschusses hatte sich der kolumbianische Peso um 5,1 % aufgewertet, der chilenische Peso um 3,3 %, der peruanische Sol um 1,6 % und der Guaraní um 0,8 %. Der brasilianische Real verlor im gleichen Zeitraum 1,3 % gegenüber dem Dollar. Das Dokument führt die Entwicklung auf die globale Schwäche der US-Währung zurück.

Emil Mendoza, Präsident des Verbands der Wechselstuben Paraguays (ACCPy), führte einen Teil des Verkaufsdrucks auf ungewöhnliche Kapitalzuflüsse aus dem Ausland zurück. Er erklärte, die Wechselstuben hätten legale, aber im Vergleich zum Zeitraum 2021 bis 2023 seltenere Geschäfte mit Investoren aus Deutschland, Spanien und Brasilien registriert. Mendoza gab an, dass das von ihm geleitete Unternehmen seit Mai solche Mittel erhalte, legte jedoch keine offizielle Gesamtstatistik für das gesamte System vor, zu dem 24 zugelassene Wechselstuben, Banken und Finanzinstitute gehören.

Für Verbraucher und Unternehmen, die im Ausland einkaufen, kann der stärkere Guaraní die Kosten für digitale Abonnements, Elektronik, Reisen, Kurse, Online-Werbung und im Ausland gebuchte Dienstleistungen in Landeswährung senken. Auch die Bedienung von Zinsen und Tilgungen auf Dollar-Schulden wird günstiger. Für Exporteure und Familien, die Überweisungen aus dem Ausland erhalten, wirkt sich die Entwicklung hingegen negativ aus, da der gleiche Dollar-Betrag weniger Guaraní einbringt. Auch der internationale Tourismus in Paraguay könnte teurer werden.

Die BCP war bisher nicht am Markt aktiv geworden, um die Aufwertung des Guaraní zu bremsen, obwohl Exporteure dies forderten. Der externe Trend könnte sich jedoch ändern: Äußerungen von Kevin Warsh, Präsident der US-Notenbank Federal Reserve, über die Möglichkeit, die Zinsen hoch zu halten, falls die Inflation nicht klar auf das Ziel von 2 % zusteuert, trugen zuletzt zu einer Erholung des Dollars und einer Anpassung der Anlegererwartungen bei. In diesem Umfeld raten Analysten, Mittel für wesentliche Ausgaben zu schonen und finanzielle Entscheidungen nicht auf einen einzigen Wechselkurs zu stützen.

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Quellen (5)

Aktualisiert: 01.09.2026, 01:01