Angehörige von vier Unfallopfern in Pedrozo fordern 27 Milliarden Guaraní vom paraguayischen Staat

Angehörige von vier der sechs Todesopfer des Unfalls vom September 2024 in Pedrozo haben den paraguayischen Staat und das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) verklagt. Sie verlangen eine Entschädigung in Höhe von 27 Milliarden Guaraní wegen angeblicher Versäumnisse bei der Installation und Wartung der Ampel an einem Gefälle der Ruta PY-02.

Angehörige von vier Unfallopfern in Pedrozo fordern 27 Milliarden Guaraní vom paraguayischen Staat

Angehörige von vier der sechs Todesopfer des Unfalls vom 1. September 2024 am Kreuzungspunkt Pedrozo in Ypacaraí haben eine Zivilklage gegen den paraguayischen Staat und das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) eingereicht. Sie fordern eine Entschädigung in Höhe von 27 Milliarden Guaraní für materielle Schäden, entgangenen Gewinn und immateriellen Schaden sowie gesetzliche Zinsen ab dem Unfalltag.

Die Klage wurde von den Anwälten Harry Biedermann, Óscar Paciello Llano und Óscar Paciello Samaniego im Namen von Eulogio Ramón Estigarribia, Vater von Roger Iván Estigarribia, sowie von Gilda Caballero, Witwe von Méndez, Mutter von Rosana Raquel Méndez Caballero und Großmutter von Jazmín Marithé und Fiorella Monserrath Cristaldo Méndez, eingereicht.

Der Unfall ereignete sich um 15:49 Uhr auf der Ruta PY-02 am Kilometer 47, Höhe der Ampelkreuzung der Firma Pedrozo. Laut der Darstellung der Angehörigen standen Roger, Rosana und ihre beiden Töchter in einem grauen Fiat Argo mit dem Kennzeichen AAC0420 bei Rotlicht und warteten auf die Freigabe für eine Linkskurve.

Ein mit 45 Rindern beladener Scania-R113-Sattelschlepper unter der Führung von Víctor Alfredo Jiménez Parra soll auf dem Gefälle die Bremsen verloren haben. Das Fahrzeug rammte die wartende Fahrzeugschlange, drückte den Fiat Argo gegen einen weiteren Scania-Lkw, der 33.300 Kilogramm Soja transportierte, und erfasste zudem einen Toyota Rush, einen Toyota Vitz und einen Mercedes-Benz.

Am Unfallort starben Roger Estigarribia, Rosana Méndez, Jazmín Cristaldo Méndez, Fiorella Cristaldo Méndez und Hugo Alberto Cristaldo. Die Leichen blieben in den Fahrzeugwracks eingeklemmt. Obwohl die Klage vier der sechs in der Anzeige genannten Todesopfer vertritt, gehen die Unfallberichte von fünf Toten am Unfallort aus.

Die Kläger argumentieren, das MOPC habe als zuständige Behörde für Verwaltung und Regelung der Nationalstraßen versagt, indem es eine Ampel am Fuß eines langen und steilen Gefälles installiert und betrieben habe. „Das MOPC hat eine Ampelkreuzung am Fuß eines extrem steilen und langen Gefälles eingerichtet und in Betrieb gehalten“, heißt es in der Klageschrift.

Nach Ansicht der Angehörigen zwang die Anlage leichte Fahrzeuge, in einem Bereich zu halten, in dem schwere Lkw unterwegs waren, was die Fluchtmöglichkeiten bei einem technischen Defekt verringerte. Die Klage stützt sich auf eine angebliche Gefährdungshaftung des Staates und verlangt, dass die Entschädigung auch die finanziellen Verluste und die immateriellen Folgen der Todesfälle abdeckt. Eine mögliche Haftung des MOPC muss noch gerichtlich geprüft werden.

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Quellen (2)

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