Die Aufzüge der Fußgängerbrücke in Pedrozo bei Ypacaraí wurden am Freitag, dem 11. September, demontiert. Die Anlage war als inklusive Lösung vorgestellt worden, nachdem am 15. August am Kilometer 47 der Ruta PY02 ein tödlicher Unfall sechs Menschen das Leben gekostet hatte.
Die Demontage erfolgte, ohne dass öffentlich geklärt wurde, ob neue Aufzüge installiert oder die Brücke ohne diesen Service weiterbetrieben werden soll. Anwohner hatten die Ausführung des Bauwerks kritisiert und bemängelt, dass die Geräte fehlerhaft funktionierten, nicht zuverlässig arbeiteten und ein Höhenunterschied zwischen Gehweg und Aufzugboden bestand.
In einer im vergangenen Monat übertragenen Szene verhinderte ein Mitarbeiter einen Test mit der Begründung, die Aufzüge dürften nur von Rollstuhlfahrern genutzt werden. Auch ein älterer Mann konnte das Gerät nicht bedienen. Die Vorfälle verstärkten die Kritik an der vom Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) gewählten Lösung, das für die Verkehrsinfrastruktur des Landes zuständig ist.
Während die Aufzüge entfernt wurden, sind weiterhin zwei Kleinbusse im Einsatz, um Anwohner zu befördern. Ein drittes Fahrzeug, das vom privaten Konsortium Rutas del Este betrieben wird, ist ebenfalls vor Ort im Einsatz und verfügt über eine Rampe für Rollstuhlfahrer. Der Fahrer Jorge Molina erklärte, der Service stehe Menschen aller Altersgruppen zur Verfügung, und berichtete, dass Kinder und Jugendliche zu Schulbeginn und -ende transportiert würden.
Laut den veröffentlichten Angaben wechseln sich drei Fahrer ab, um den Service fast rund um die Uhr aufrechtzuerhalten. Anwohner, die den Transport nutzen, bestätigten, dass die Alternative sicherer sei als die Überquerung an der Ampel, wo sie oft rennen müssten, um die Straße zu überqueren.
Die Brücke ist Teil einer im Dezember 2024 unterzeichneten Zusatzvereinbarung zwischen dem MOPC und Rutas del Este mit einem vorgesehenen Budget von 714.419 US-Dollar. Die Entfernung der Aufzüge lässt offen, wie die im Projekt vorgesehene Barrierefreiheit gewährleistet werden soll.
In derselben Region verhinderte eine Notfallspur an der Ruta PY02 einen weiteren Unfall: Ein Lastwagen mit technischem Defekt konnte am Kilometer 48,3 am Abhang des Berges Caacupé sicher zum Stehen gebracht werden. Der Vorfall unterstreicht die Funktion unterschiedlicher Verkehrseinrichtungen: Die Notfallspur dient der Kontrolle von Fahrzeugen mit Bremsproblemen, während die Fußgängerbrücke und der ergänzende Transportdienst Fußgänger in einem der gefährlichsten Abschnitte der Straße schützen sollen.
