Paraguays Minister für öffentliche Gesundheit und Soziales, Isaías Fretes, stattete dem Hospital General de San Lorenzo, bekannt als Calle’i, seinen zweiten Kontrollbesuch unter dem Namen „Taguato“ ab und wies auf Personalmangel und Probleme im Labor hin. Die unangekündigte Inspektion fand statt, nachdem er angekündigt hatte, solche Besuche in öffentlichen Krankenhäusern wieder aufzunehmen, um den Betrieb der Dienste direkt zu überprüfen.
„Wir haben hier bereits die Diagnose: Es fehlt an Personal. Auch das Labor ist ein Problem“, sagte Fretes. Die Notaufnahme behandelt zwischen 250 und 280 Menschen. In den Berichten wird außerdem eine Kapazität genannt, in der Morgenschicht rund 800 Proben zu bearbeiten, ohne Herkunft oder Datum dieser Zahl näher auszuführen.
Der Minister besichtigte das Labor, die präoperative Vorbereitung, die allgemeine und pädiatrische Notaufnahme, die stationäre Versorgung, die Intensivstationen für Erwachsene und Neugeborene, die bildgebende Diagnostik sowie die Gynäkologie und Geburtshilfe. Das Krankenhaus bietet digitale Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen, Computertomografien, Magnetresonanztomografien und Mammografien an. Fretes wurde vom Vizeminister für umfassende Versorgung, Saúl Recalde, der Generaldirektorin des Krankenhauses, Sofía Ramos, und dem medizinischen Direktor Fernando Rufinelli begleitet.
Im Gespräch über als unnötig eingestufte Untersuchungsanordnungen sagte eine Ärztin, diese machten in ihrer täglichen Praxis bis zu 50 Prozent aus. Der Prozentsatz ist eine individuelle Schätzung und keine für das Krankenhaus oder das Gesundheitssystem angegebene Zahl. Fretes sprach sich für klinische Protokolle und Audits aus und sagte, Fachkräfte ohne angemessene Ausbildung sollten aus dem System genommen werden, bevor sie zu Fortbildungskursen geschickt würden.
Angesichts der Wartezeiten schlug der Minister vor, eine App zu prüfen, die Termine organisiert und die Wartezeit verkürzt. Außerdem sollten die Familiengesundheitseinheiten gestärkt werden, die eine primäre Gesundheitsversorgung anbieten und das Krankenhaus entlasten könnten. Eine Umsetzung setze voraus, dass geprüft werde, ob die finanziellen Mittel vorhanden seien. „Das ist mit Kosten verbunden, und wir werden prüfen, ob wir dazu in der Lage sind“, sagte er.
Der Personalmangel fällt in eine Zeit, in der das Krankenhaus bereits zuvor unter Druck stand: Im September sollen 20 der 30 Neonatologen aus Protest gegen Forderungen zu Vergütung, Arbeitsbedingungen und Versorgungsgütern ihren Rücktritt eingereicht haben. Im Juni räumte die Krankenhausleitung vorübergehende Versorgungsengpässe ein, schloss eine strukturelle Krise jedoch aus.
