Das paraguayische Institut für Soziale Vorsorge (IPS) hat seine ersten 100 Tage unter der Präsidentschaft von Isaías Fretes inmitten eines Szenarios schwerer finanzieller und operativer Herausforderungen abgeschlossen. Fretes selbst beschrieb die Institution, die er übernahm, als desorganisiert und ohne Mittel und erklärte, seine Amtsführung habe die Schließung von "Korruptionsquellen" und die Neuplanung von als unnötig erachteten Ausschreibungen priorisiert.
Carlos Pereira, Berater der IPS-Präsidentschaft, gab eine strenge Warnung ab und erklärte, die Institution steuere auf eine "irreversible Krise" zu, wenn keine strukturellen Reformen umgesetzt würden. Er hob die schwerwiegende Diskrepanz zwischen den eingehenden Beiträgen und den langfristigen Verpflichtungen gegenüber Versicherten und Rentnern hervor und befürwortete die Notwendigkeit eines finanziellen Re-Engineering.
Eine Analyse der 220 Beschlüsse des Verwaltungsrats in diesem Zeitraum zeigt, dass der Großteil der Aktivitäten auf die Verwaltung bestehender Prozesse konzentriert war, mit 56 Vertragsergänzungen zur Verlängerung von Fristen oder Erhöhung von Beträgen. Elf neue Ausschreibungen wurden genehmigt, während die endgültigen Zuschläge nur acht betrugen. Die Gesamtverschuldung des IPS beläuft sich auf 1,261 Billionen Guaraníes, davon 887 Milliarden bei Banken und Lieferanten und 2,33 Billionen bei Pharmafirmen.
Fretes versprach, dass innerhalb von 15 bis 22 Tagen "die Regale voll mit Medikamenten sein werden", eine Anstrengung zur Bekämpfung der kritischen Knappheit von 215 Produkten mit Nullbestand. Er führte die Möglichkeit zur Finanzierung dieses Einkaufs auf eine Umschuldung der Bankschulden zurück, die ein sechsmonatiges Zahlungsmoratorium gewährten und damit eine finanzielle Atempause bis Februar 2027 bieten.
Neben der Finanzkrise warnte Fretes vor einem "perfekten Sturm", verursacht durch das Gesetz, das die Arbeitszeit der Gesundheitsfachkräfte ohne Gehaltskürzung reduziert. Etwa 2.575 Ärzte haben bereits davon profitiert, was seiner Aussage nach die Anzahl der Bereitschaftsdienstärzte in einigen Krankenhäusern halbiert hat. Die Situation dürfte sich im September verschärfen, wenn weitere Anspruchsberechtigte hinzukommen und die Abdeckung essenzieller Dienste wie Notaufnahmen gefährden.
Parallel dazu sieht sich der IPS mit gesetzlichen Beschränkungen für die Anlage seiner Mittel konfrontiert, da die Obergrenze von 55 % für Bankanlagen überschritten wurde und bei etwa 65 % liegt. Der Rat erwartet eine Stellungnahme der Aufsichtsbehörde und prüft die Diversifizierung des Anlageportfolios. Die Führung wartet auch auf einen Bericht über den tatsächlichen Zustand der 776 Immobilien des Instituts, die mit 1,97 Billionen Guaraníes bewertet werden.
