Enrique Bendaña, Präsident des Centro de Regulación, Normas y Estudios de la Comunicación (Cerneco), lehnt jede Erhöhung der Steuerlast in Paraguay ab, solange Steuerhinterziehung und aus seiner Sicht ungerechtfertigte Staatsausgaben fortbestehen. Der Verband fordert, dass die Regierung zunächst die Kontrolle und Steueraufsicht verbessert und die Verwaltung effizienter gestaltet, bevor sie von steuerehrlichen Bürgern und Unternehmen höhere Abgaben verlangt.
„Wir lehnen Steuererhöhungen ab, solange der Haushalt irrationale oder ungerechte Ausgaben enthält“, erklärte Bendaña. Er betonte, dass eine solche Maßnahme Unternehmen und Arbeitnehmer bestrafen würde, die ihre Pflichten bereits erfüllen, ohne die strukturellen Probleme der öffentlichen Finanzen zu lösen.
Der Verbandsvertreter gab an, dass nach Informationen des Sektors etwa 50 % der Unternehmer keine Steuern zahlen würden. Diese Angabe wurde als nicht verifizierte Schätzung präsentiert, ohne dass Methodik oder eine unabhängige statistische Quelle genannt wurden. Daher lässt sich nicht genau bestimmen, ob sich die Zahl auf Unternehmen, Unternehmer, alle Steuerarten oder einen bestimmten Wirtschaftsbereich bezieht.
Laut Bendaña führt der Unterschied zwischen formellen und informellen Steuerzahlern zu einem unfairen Wettbewerb. Statt die Steuern zu erhöhen, schlägt er vor, Steuerverstöße zu bekämpfen, Staatsausgaben zu überprüfen und langfristige Reformen umzusetzen.
Die Diskussion betrifft auch das Ungleichgewicht der staatlichen Rentenkasse (Caja Fiscal), dem System für Renten und Pensionen des öffentlichen Dienstes in Paraguay. Bendaña bezeichnete es als inakzeptabel, dass die Bevölkerung durch indirekte Steuern – insbesondere die Mehrwertsteuer (MwSt.), die auf den Konsum erhoben wird und Menschen aller Einkommensschichten belastet – für Managementprobleme aufkommen soll.
„Es ist nicht gerecht, dass die gesamte Bevölkerung über die Mehrwertsteuer die Renten der Beamten finanzieren muss“, sagte der Cerneco-Präsident. Seine Kritik rückt die Kombination aus geringer Steuererhebung bei einem Teil der Steuerzahler, als überhöht angesehenen Staatsausgaben und der Notwendigkeit, die Altersversorgung des öffentlichen Dienstes zu finanzieren, in den Mittelpunkt der Debatte.
Bislang hat Bendaña keine alternativen Vorschläge mit konkreten Zielen, Fristen oder Maßnahmen zur Reduzierung der Steuerhinterziehung vorgelegt. Die Position von Cerneco besteht daher darin, neue Steuern abzulehnen und stattdessen administrative sowie rentenrechtliche Reformen zu fordern, bevor die Abgabenlast erhöht wird.
