Der deutsche Botschafter in Paraguay, Dr. Gordon Kricke, erklärte, dass das Interesse deutscher Unternehmen am Land wachse. Ausschlaggebend seien die strategische Lage Paraguays auf dem Kontinent sowie das Handelsabkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union. In einem Gespräch betonte der Diplomat, der seit zwei Jahren in Asunción tätig ist, dass das Exportpotenzial Paraguays für deutsches Kapital zunehmend attraktiv werde.
Kricke beschrieb die bilateralen Beziehungen als dynamisch und positiv, mit einer deutlichen Zunahme hochrangiger Besuche aus Deutschland. Er verwies auf den kürzlichen Aufenthalt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die Teilnahme des Außenministers am Mercosur-Gipfel sowie den Besuch des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff als konkrete Anzeichen für dieses gestiegene Interesse.
Der Botschafter nannte die vielversprechendsten Sektoren für Investitionen: an erster Stelle die grüne Energie, einschließlich der Produktion von grünem Wasserstoff, die durch die niedrigen Energiekosten in Paraguay begünstigt werde. Auch die Lohnveredelungsindustrie, insbesondere in der Region Ciudad del Este, sowie die Agrarindustrie bezeichnete er als aussichtsreiche Bereiche. Die Verbesserung der Infrastruktur, etwa im Straßenbau, sei in diesem Zusammenhang ein wichtiger Faktor.
Kricke bewertete das Abkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union als strategische Partnerschaft, die über den Handel hinausgehe und die beiden Regionen enger zusammenbringe. Für Paraguay eröffne sich damit die Chance, neue Märkte für Agrarprodukte und Rindfleisch zu erschließen, wobei Deutschland ein wichtiger Absatzmarkt für Bio-Zucker sei. Zudem könne das Land von Technologietransfers profitieren, um hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen.
Die politische und wirtschaftliche Stabilität Paraguays hob der Botschafter als großen Vorteil für Investoren hervor. Er erwähnte zudem die lange Tradition deutscher Einwanderung im Land, mit einer aktiven Gemeinschaft, die zur Wirtschaft beitrage, sowie Institutionen wie das Deutsch-Paraguayische Kulturinstitut (ICPA) und die Deutsch-Paraguayische Universität (UPA) als solide Grundlagen für die bilateralen Beziehungen.
