Die Ermittlungen im Netzwerk von Lalo Gomes laufen weiter und könnten neue Namen betreffen

Die Ermittlungen zum Netzwerk des verstorbenen Abgeordneten Lalo Gomes laufen weiter und könnten neue Namen zutage fördern. Bereits jetzt haben sie zur Anklage gegen den ehemaligen Abgeordneten Orlando Arévalo sowie die ehemaligen Richterinnen Carmen Silva und Ana Aguirre geführt, denen der mutmaßliche Austausch von Gefälligkeiten im Zusammenhang mit dem Richteranklageverfahren (Jurado de Enjuiciamiento de Magistrados) vorgeworfen wird.

Die Ermittlungen im Netzwerk von Lalo Gomes laufen weiter und könnten neue Namen betreffen
KI-generierte Illustration.

Der Jurado de Enjuiciamiento de Magistrados (JEM) ist das paraguayische Gremium, das für Disziplinarverfahren gegen Richter und Staatsanwälte zuständig ist. Die Ermittlungen zum Netzwerk des verstorbenen Abgeordneten Eulalio Lalo Gomes, die mutmaßlichen politischen Einflussmissbrauch innerhalb des JEM betreffen, haben erhebliche institutionelle Auswirkungen auf das paraguayische Justizaufsichtssystem.

Die Ermittlungen zum Netzwerk des verstorbenen Abgeordneten Eulalio Lalo Gomes laufen weiter und könnten weitere Namen betreffen, wie die Staatsanwälte Francisco Cabrera und Luis Piñánez bestätigten. Sie gehören dem Ermittlungsteam an, das gemeinsam mit ihrer Kollegin María Verónica Valdez arbeitet.

Letzte Woche erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den ehemaligen Abgeordneten Orlando Arévalo sowie die ehemaligen Richterinnen Carmen Silva und Ana Aguirre. Ihnen wird vorgeworfen, bei Lalo Gomes politische Gefallenheiten erbeten zu haben, um Einfluss auf das Richteranklagegericht (Jurado de Enjuiciamiento de Magistrados, JEM) zu nehmen. Arévalo, der dem Gremium vorstand, soll im Gegenzug für seine Unterstützung der damaligen Staatsanwältin Stella Mary Cano, die sich einem Disziplinarverfahren gegenübersah, drei Schecks über insgesamt 202 Millionen Guaraní als Kreditbürgschaft erhalten haben.

Obwohl die ursprüngliche Anzeige von Richter Osmar Legal auch Cano selbst, die Staatsanwältin Katia Uemura und die ehemalige Richterin Sadi Estela López Sanabria als Personen aufgeführt hatte, die angeblich den Abgeordneten um Gefallen gebeten haben sollen, wurde bislang nur Arévalo formell angeklagt. Die Staatsanwälte bestätigten, dass die Ermittlungen zur Aufklärung der übrigen Fälle weiterlaufen.

Im Fall von López Sanabria, einer pensionierten Richterin aus Amambay, zeigen die Nachrichtenverläufe, dass sie Lalo Gomes um Unterstützung in einem Verfahren vor dem JEM gebeten hatte, das schließlich mit ihrem Freispruch endete. Der Oberste Gerichtshof wies bei der Einleitung eines Prüfverfahrens gegen sie darauf hin, dass die Chats einen offensichtlichen Gefallenenaustausch belegten, darunter die Freilassung des mutmaßlichen Drogenbosses Ederson Salinas, bekannt als Ryguasu, der später erschossen wurde.

Katia Uemura taucht in den Gesprächen von 2023 auf, in denen sie Lalo Gomes um Vermittlung bei Arévalo bat, um eine Untersuchung vor dem JEM zu klären. Der Abgeordnete soll den damaligen Vorsitzenden des Gremiums unter Druck gesetzt haben, der daraufhin die Nachricht schickte: „Salió perfecto! Fue complicado pero bien! Terminó" („Es kam perfekt heraus! Es war kompliziert, aber gut! Es ist vorbei"). Daraufhin stellte das JEM das Verfahren gegen die Staatsanwältin ein.

Die Ermittlungen brachten zudem die Geschwister Marco Alcaraz, derzeitiger Minister für Nachrichtendienste, und Liliana Alcaraz, derzeitige Ministerin der Behörde zur Geldwäschebekämpfung (Seprelad), ans Licht. Beide sind ehemalige Staatsanwälte, die während der Ermittlungen gegen den Geschäftsmann Kontakt zu Lalo Gomes unterhielten. Liliana soll Zahlungen in Hotels sowie politische Unterstützung für ihren Wahlkampf bei der Vereinigung der Staatsanwälte erhalten haben, während Lalo Gomes sich rühmte, sie in der Wirtschafts- und Antikorruptionsabteilung „zur Verfügung" zu haben. Marco hingegen erhielt Geschenke wie Weine, Premium-Fleisch, ein signiertes Trikot von Olimpia und sogar eine Einladung zur Hochzeit von Gomes' Sohn. Darüber hinaus vermittelte er ein Treffen mit der Drogenfahnderin Elva Cáceres während einer Untersuchung im Fall Cabeza Branca, die jedoch nie zu einer Anklage gegen den Abgeordneten führte.

Den Ermittlern zufolge gibt es weitere Staatsanwälte, die laut den Nachrichten „zur Verfügung" von Lalo Gomes standen und bisher noch nicht untersucht wurden. Das Gefallenennetz soll zudem Anderson Ríos Villalba, der wegen Menschenhandels angeklagt ist, und Waldemar Pereira Rivas, bekannt als Cachorrão, der des Mordes an dem Journalisten Leo Veras beschuldigt wird, begünstigt haben.

Quellen (1)

Aktualisiert: 23.06.2026, 09:15