Staatsanwaltschaft klagt sechs Personen wegen Urkundenfälschung bei Richterwettbewerben an

Die paraguayische Staatsanwaltschaft hat sechs Personen angeklagt, darunter eine ehemalige Gerichtsaktuar, einen Staatsanwaltsassistenten, einen ehemaligen Richter und eine amtierende Richterin, wegen des angeblichen Herstellens und Verwendens gefälschter Dokumente, um sich Vorteile bei Wettbewerben des Richterrates zu verschaffen.

MP imputa a servidores públicos y exmagistrado por falsificación de documentos en concurso judicial
MP imputa a servidores públicos y exmagistrado por falsificación de documentos en concurso judicial

Die paraguayische Staatsanwaltschaft hat durch Staatsanwalt Leonardi Guerrero, Leiter der Strafrechtseinheit Nr. 17 in Asunción, die Anklage gegen sechs Personen wegen des angeblichen Herstellens und Verwendens unechter Dokumente formalisiert. Die Angeklagten sind Rechtsanwälte und Mitarbeiter von mit der Richterschaft verbundenen Behörden.

Der Anklage zufolge wurden als Täter angeklagt: eine ehemalige Gerichtsaktuar aus Curuguaty, ein Staatsanwaltsassistent aus Coronel Oviedo, ein ehemaliger Richter und eine amtierende Strafrichterin für Liquidation und Urteil aus Pedro Juan Caballero, die noch im Dienst ist. Ein Mitarbeiter des Archivs des Richterrates wurde als Komplize angeklagt, und ein Mitarbeiter der Justizschule als Anstifter.

Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Angeklagten Kopien akademischer Dokumente verfälscht haben, um ihre Punktzahl bei Bewertungen zu erhöhen und so in die Dreierlisten für Richter-, Staatsanwalts- oder öffentliche Verteidigerposten aufgenommen zu werden. Zu den gefälschten Dokumenten gehören Aktualisierungen von Personalakten, Zertifikate der Justizschule, Nachweise über Fortbildungen privater Einrichtungen und Spezialisierungszertifikate.

Insbesondere stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass eine Kopie eines Spezialisierungszertifikats in Strafprozessrecht verwendet wurde, das ursprünglich von der Privatuniversität des Ostens auf den Namen einer anderen Fachkraft ausgestellt worden war. Das Dokument soll mit den persönlichen Daten der Kandidaten verändert und über die Website des Rates in das System eingegeben worden sein.

Die staatsanwaltschaftliche Hypothese ist, dass der Empfang und das Hochladen dieser unechten Dokumente auf die digitale Plattform durch den Mitarbeiter des Archivs des Richterrates und den Mitarbeiter der Justizschule erleichtert wurden, die gehandelt haben sollen, um die Kandidaten bei den von der Institution durchgeführten Bewertungen unrechtmäßig zu begünstigen.