Der internationale Flughafen Silvio Pettirossi in Luque, im Großraum Asunción, wird voraussichtlich noch mindestens vier bis fünf Jahre in Betrieb bleiben. Die paraguayische Regierung prüft derzeit Alternativen für einen neuen Terminal. Nelson Mendoza, Präsident der Dirección Nacional de Aeronáutica Civil (Dinac), erklärte, dass noch keine Genehmigung für den Bau eines neuen Flughafens vorliege. Präsident Santiago Peña habe stattdessen die Anweisung gegeben, die dringendsten Bereiche der bestehenden Infrastruktur zu erweitern und zu modernisieren.
Das Projekt für einen neuen Terminal wird weiterhin von der Wirtschaftsabteilung der Regierung analysiert. Eine der Optionen ist der Bau des Terminals 2 am Flughafen Silvio Pettirossi, dessen endgültige Planung 2024 von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) vorgelegt wurde. Das Vorhaben ist mit über 320 Millionen US-Dollar veranschlagt und soll in drei Phasen umgesetzt werden. Die Regierung hat jedoch noch nicht entschieden, ob sie diesem Vorschlag folgt oder eine andere Lösung bevorzugt.
Bis eine Entscheidung fällt, liegt der Fokus auf der Kapazitätserweiterung des bestehenden Flughafens. Die erste Phase der Bauarbeiten – darunter Parkplatz, Zufahrt beziehungsweise Eingangsbereich und Straßenbelag – ist bereits abgeschlossen. Nach der Hochsaison ist eine zweite Phase geplant, in der ein Teil des Außenbereichs überdacht werden soll, um wartende Passagiere vor Witterungseinflüssen zu schützen.
Die Dinac rechnet in diesem Jahr mit einem Rekordaufkommen von 1,5 Millionen Passagieren. Parallel dazu wird die Fluggesellschaft Latam Airlines ihr Angebot ausbauen: Die wöchentlichen Frequenzen sollen von 27 auf 32 erhöht werden, mit zusätzlichen Verbindungen nach Lima und São Paulo. Ab Ende März 2027 sollen fünf weitere wöchentliche Flüge nach Montevideo hinzukommen, wodurch sich die Gesamtzahl auf 37 wöchentliche Flüge erhöht.
Die neue Route in die uruguayische Hauptstadt erweitert die regionalen Anschlussmöglichkeiten für paraguayische und ausländische Reisende. Ein direkter Flug nach Miami steht hingegen weiterhin nicht fest. Mendoza erklärte, dass Latam derzeit nicht über ein geeignetes Flugzeug verfüge, die Verbindung jedoch prüfen werde, sobald die notwendige Flotte verfügbar sei.
Der Dinac-Präsident erklärte zudem, dass Paranair in einer kommenden Anhörung einen neuen Geschäftsplan sowie ihre Finanzdaten vorlegen müsse. Da die Fluggesellschaft derzeit nur ein Flugzeug betreibt, hat die Behörde die Anzahl der verkäuflichen Flüge beziehungsweise Tickets begrenzt, um das Risiko weiterer Flugausfälle zu verringern. Sollte Paranair keine betriebliche und finanzielle Stabilität nachweisen können, drohen strengere Maßnahmen – bis hin zur Aussetzung des Betriebs in Paraguay.
