Das Instituto de Previsión Social (IPS), die paraguayische Sozialversicherungsanstalt, hat einen Arbeitskreis mit Vertretern der Pharmaindustrie eingerichtet, um der schweren Medikamentenknappheit zu begegnen, die Tausende von Versicherten betrifft. Der Präsident des IPS, Isaías Fretes, leitete das Treffen mit der Cámara de la Industria Química Farmacéutica del Paraguay (Cifarma) und der Cámara de Representantes e Importadores de Productos Farmacéuticos (Cripfa), um Planungssicherheit in den Beschaffungsprozessen zu schaffen.
Fretes räumte ein, dass die Institution ein historisches Defizit bewältigen muss und monatlich nur 44 Milliarden Guaranís für Medikamente bereitstellt, obwohl der tatsächliche Bedarf mindestens 155 Milliarden beträgt. Die Leiterin für Logistik und Beschaffung, Cecilia Rodríguez, berichtete, dass sie bei ihrer Amtsübernahme vor drei Monaten nur eine vertragliche Abdeckung von 57 % des obligatorischen Verzeichnisses von 513 Medikamenten vorgefunden habe. Diese Situation konnte durch beschleunigte Ausschreibungsverfahren auf 93 % verbessert werden.
Chronisch und onkologisch erkrankte Patienten sind von der Knappheit am stärksten betroffen. Berichte beinhalten den Mangel an lebenswichtigen Medikamenten wie Adalimumab (Kosten: 29,5 Millionen Guaranís), das für Autoimmunerkrankungen unerlässlich ist, und Chemotherapeutika wie Leucovorin und Oxaliplatin. Viele Versicherte sind gezwungen, millionenschwere Behandlungen aus eigener Tasche zu bezahlen oder auf Solidaritätskampagnen angewiesen zu sein.
Hernán Streber, Präsident der Cifarma, betonte die Bedeutung der Planbarkeit und erläuterte, dass die Produktion eines Injektionsmedikaments vom Auftrag an 48 Tage dauert. Edgar Villalba von der Cripfa unterstrich die Notwendigkeit einer Planung für Importe, da es unmöglich sei, Produkte in wenigen Tagen einzuführen. Beide bekundeten ihre Unterstützung für die Führung von Fretes und die gemeinsame Arbeit.
Carlos Pereira, Berater der IPS-Präsidentschaft, teilte mit, dass die Institution mit Banken Fristen und Finanzierungsströme neu verhandelt, um Budget freizusetzen und Mindestbestände zu gewährleisten. Das unmittelbare Ziel ist es, einen vollständigen Medikamentenengpass zu vermeiden, während eine mittelfristige finanzielle Konsolidierung der Institution angestrebt wird.
