Lehrerin aus Caacupé verliert 34.112.616 Guaraní durch Pfändungen aus demselben Schuldschein

Die Mathematiklehrerin Sandra Isabel Cárdenas aus Caacupé gibt an, dass ihr wegen zweier gerichtlicher Vollstreckungen aus demselben Schuldschein, den sie nie unterschrieben habe, 34.112.616 Guaraní vom Gehalt abgezogen wurden. Sie erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und bringt den Fall mit der sogenannten „Pagaré-Mafia“ in Verbindung.

Lehrerin aus Caacupé verliert 34.112.616 Guaraní durch Pfändungen aus demselben Schuldschein

Die Mathematiklehrerin Sandra Isabel Cárdenas aus Caacupé gibt an, dass ihr wegen zweier Vollstreckungsverfahren aus demselben Schuldschein, den sie eigenen Angaben zufolge nie unterzeichnet hat, 34.112.616 Guaraní vom Gehalt abgezogen wurden. Sie betont, die angeblichen Gläubiger nicht zu kennen und erst von den Klagen erfahren zu haben, als die Pfändungen ihr Gehalt belasteten.

Die erste Pfändung erfolgte im April 2021 in Höhe von 1.439.527 Guaraní. Die Forderung wurde vor einem Gericht in Villa Elisa von Juan Manuel Aponte Verón geltend gemacht, vertreten durch den Anwalt Alcides Ranulfo Estigarribia von der Kanzlei EDA und Asociados. Bei der Einsichtnahme in die Akten stellte Cárdenas fest, dass eine Unterschrift nicht von ihr stammte und Felder im Dokument unvollständig waren.

Aus dem ersten Verfahren ergaben sich Abzüge von insgesamt 10.590.800 Guaraní. Später wurden laut Cárdenas zusätzlich 11.136.146 Guaraní an Zinsen fällig. Im Juli 2024 folgte eine neue Klage, diesmal von Juan Francisco Mendoza Romero und vertreten durch den Anwalt Carlos González, erneut auf Grundlage desselben Schuldscheins. Die monatlichen Abzüge von 1.794.000 Guaraní setzten sich fort, bis weitere 10.590.800 Guaraní erreicht waren.

Cárdenas erklärt, nie ordnungsgemäß benachrichtigt worden zu sein. Im zweiten Verfahren war als Adresse auf dem Schuldschein lediglich „Caacupé Centro“ vermerkt. Berichte des Gerichtsvollziehers Marcelo Cabrera dokumentierten angebliche Zustellungen, die eine Person entgegengenommen haben soll, die sich als ihre Tochter ausgegeben habe, ohne sich auszuweisen. Die Richterin Martha Beatriz Benítez akzeptierte die Unterlagen, und das Verfahren wurde fortgesetzt, als habe Cárdenas die Teilnahme verweigert.

Die Pfändungen beeinträchtigten ihre Gesundheit und berufliche Laufbahn. 2023 wurde bei ihr eine Trigeminusneuralgie diagnostiziert, und sie war zwei Monate bettlägerig, ohne gehen zu können. „Ich habe praktisch nichts erhalten und arbeitete nur für diese Leute“, sagte sie. Später verließ sie den Unterricht und übernahm eine Verwaltungsfunktion.

Die Lehrerin erstattete im September 2024 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Villa Elisa, die von der Staatsanwältin Fany Aguilera geleitet wird, und bestätigte diese im Dezember desselben Jahres erneut. Bei einer kürzlichen Nachfrage wurde ihr laut eigener Darstellung mitgeteilt, dass keine Ermittlungen eingeleitet worden seien. Cárdenas wandte sich zudem an die Senatskommission zur Mafia der Pagarés.

Laut Cárdenas’ Vorwurf steht der Fall im Zusammenhang mit dem in Paraguay als „Pagaré-Mafia“ bekannten System, bei dem gerichtliche Vollstreckungen auf angeblich gefälschten Schuldurkunden gegen zahlreiche Opfer durchgeführt werden. Sieben Richter und ehemalige Richter wurden in Zusammenhang mit dem System angeklagt, darunter Carmen Analía Cibils, Víctor Nilo Rodríguez, Nathalia Guadalupe Garcete, Lilian González de Bristot, Norma Ortiz und Roberto Carlos Ferreira. Gustavo Villalba ist der Einzige auf der Liste, der noch als Richter tätig ist.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (1)

Aktualisiert: 03.09.2026, 01:00