María Esther Roa wirft Paraguays Justizkorruption vor und fordert Strukturreform

Die Anwältin und Aktivistin María Esther Roa, Mitglied der Coordinadora de Abogados del Paraguay und der Bewegung Somos Anticorrupción Paraguay, warf der Staatsanwaltschaft und Richtern des Obersten Gerichtshofs von Paraguay Versäumnisse und mögliche Begünstigungen vor. Sie verwies auf Gehälter und familiäre Verbindungen von Beschäftigten – darunter María Verónica Lina Sienra Bertón, Analía Carrillo und Verwandte von Carolina Llanes –, verglich korrupte Richter mit Mitgliedern des Primeiro Comando da Capital (PCC) und forderte eine Strukturreform mit mehr Mitteln und Schutz für Ermittler.

María Esther Roa wirft Paraguays Justizkorruption vor und fordert Strukturreform

Die Anwältin und Antikorruptionsaktivistin María Esther Roa kritisierte die Arbeit der Staatsanwaltschaft und des Obersten Gerichtshofs von Paraguay und forderte eine strukturelle Reform der Institutionen. Als Mitglied der Coordinadora de Abogados del Paraguay und der Bewegung Somos Anticorrupción Paraguay erklärte sie, die vorhandenen Strukturen reichten nicht aus, um den Missbrauch öffentlicher Mittel zu untersuchen und strafrechtlich zu verfolgen.

Roa machte den Generalstaatsanwalt Emiliano Rolón für das verantwortlich, was sie als Verschlechterung der Korruptionsbekämpfung bezeichnet. „Er ist die Person, die diesem Land am meisten geschadet hat“, sagte sie. Dies war eine politische und persönliche Einschätzung und stellt keine offizielle Schlussfolgerung über die Amtsführung des Leiters der Staatsanwaltschaft dar.

Nach Angaben der Aktivistin gibt es 14 Antikorruptionsstaatsanwälte und nur einen Sachverständigen. Außerdem fehlten Infrastruktur, Technik und Personal, um die Organe der Exekutive, Legislative und Judikative sowie mehr als 260 Gemeinden, 17 Departementsregierungen und autonome Einrichtungen zu untersuchen. Für die Justiz nannte sie zwei Strafrichter für Haftprüfungen, zwei Berufungsgerichte und zwei Spruchkörper für Verfahren wegen Wirtschaftsstraftaten und Korruption.

Roa kritisierte außerdem die Anwendung von Bewährungsauflagen, Verfahrensvereinbarungen und abgekürzten Verfahren in Korruptionsfällen. Ihrer Ansicht nach müssten diese gesetzlich vorgesehenen Instrumente anders behandelt werden, wenn es um die Entwendung öffentlicher Mittel geht.

Die schwersten Vorwürfe richtete sie gegen die Richter des Obersten Gerichtshofs Luis María Benítez Riera, Carolina Llanes und Alberto Martínez Simón. Roa erklärte, María Verónica Lina Sienra Bertón, die Ehefrau von Benítez Riera und Generaldirektorin für Verfassungsgarantien der Justiz, habe möglicherweise keinen Abschluss als Anwältin und erhalte monatlich mehr als 22 Millionen Guaraní. Diese Information wurde in dem Interview ohne unabhängige Dokumentation in dem ausgewerteten Material vorgetragen.

Zu Martínez Simón nannte Roa dessen Schwiegertochter Analía Carrillo, die seit zwei Jahren mit bezahltem Urlaub in Spanien studieren und monatlich 11 Millionen Guaraní erhalten soll, ohne zu arbeiten. Im Fall Llanes erwähnte sie deren Schwester Nury Llanes, Direktorin für das Personalwohl, sowie eine Tochter und einen Neffen, die als Berichterstatter tätig sein sollen. Außerdem nannte sie Mitarbeiter des Instituts für soziale Fürsorge (IPS), die der Ministerin zugewiesen worden seien, darunter Mirko Duré, Generaldirektor für Verwaltung und Finanzen.

Die Behauptungen zu Verbindungen, Qualifikationen und Gehältern wurden in dem konsultierten Material nicht unabhängig bestätigt. Roa kritisierte zudem das Schweigen der übrigen Richter und erklärte, ein politisches Amtsenthebungsverfahren, das die Verfassung bei schlechter Amtsführung vorsieht, könne als Instrument zur Verantwortungsübernahme eingesetzt werden.

In einem von ihr gezogenen Vergleich sagte Roa, ein Richter des Obersten Gerichtshofs, der „mit der Robe Profit macht“, sei gefährlicher als ein Mitglied des Primeiro Comando da Capital (PCC), einer brasilianischen kriminellen Organisation, die im Dreiländereck aktiv ist, weil der Richter Zugang zu öffentlichen Ämtern und staatlichem Geld habe. Die Aktivistin forderte bessere Gehälter, strengere Auswahlkriterien und Schutz für Antikorruptionsstaatsanwälte und verwies auf die Ermordung des paraguayischen Staatsanwalts Marcelo Pecci.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 30.08.2026, 01:01