Paraguayische Justiz unter Druck: Effizienz in Korruptionsfällen beim IPS gefordert

Der öffentliche Druck auf die Justiz wächst, im Kampf gegen Korruption beim Instituto de Previsión Social (IPS) wirksamer zu handeln. Neun Personen wurden kürzlich angeklagt, doch Experten und Rentner kritisieren die Langsamkeit der Verfahren und fordern die Rückführung der veruntreuten Gelder.

Paraguayische Justiz unter Druck: Effizienz in Korruptionsfällen beim IPS gefordert

Die öffentliche Empörung über Korruptionsfälle mit millionenschweren Veruntreuungen – insbesondere beim Instituto de Previsión Social (IPS) und in Kommunalverwaltungen – hat den Ruf nach einer entschlosseneren und wirksameren Reaktion der paraguayischen Justiz verstärkt. Die verbreitete Wahrnehmung ist, dass der Kampf gegen Straflosigkeit an einer unzureichenden staatlichen Struktur scheitert.

Die Strafrechtlerin Esther Roa, Vorsitzende der Coordinadora de Abogados del Paraguay (Coapy) und des Bündnisses Somos Anticorrupción Paraguay, stellt fest, dass es keine wirksame staatliche Politik gegen Korruption gibt. Sie verweist auf die begrenzten Kapazitäten der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft: zu wenige spezialisierte Staatsanwälte, fehlende Infrastruktur, Technologie und ausreichend qualifiziertes Personal für die Komplexität dieser Straftaten. „Viele Anzeigen führen nicht einmal zu einer wirksamen Ermittlung“, erklärte sie.

Roa betonte, dass selbst nach öffentlicher Aufmerksamkeit für einen Fall wie den des IPS der Weg zu einer Verurteilung ungewiss bleibt. Komplexe Verfahren können jahrelang stagnieren und schließlich verjähren. „Wenn ein Korruptionsverfahren verjährt, müssen wir fragen, warum das passiert ist und wer das zugelassen hat“, forderte sie und verlangte von der Corte Suprema de Justicia mehr Transparenz bei der Prüfung eingestellter Verfahren.

Als Beispiel für die Langsamkeit nannte sie den Fall des ehemaligen Gouverneurs Óscar „Ñoño“ Núñez, der in erster Instanz verurteilt wurde. Seit fast drei Jahren wartet man auf die Entscheidung über eine Berufung, die gesetzlich innerhalb von 15 Tagen hätte behandelt werden müssen. Sie stellte fest, dass einige Fälle vorankommen, während andere unabhängig von der Parteizugehörigkeit der Beschuldigten liegen bleiben – was letztlich die Straflosigkeit begünstigt.

In diesem Zusammenhang wurde die jüngste Anklage der Staatsanwaltschaft gegen neun mit dem IPS verbundene Personen, darunter die ehemaligen Präsidenten Vicente Bataglia und Jorge Brítez, als Fortschritt gewertet, allerdings mit Vorsicht. Die Ermittlungen betreffen einen mutmaßlichen Schaden von rund 61 Milliarden Guaraní für die Staatskasse im gescheiterten Projekt zur Sanierung und Einrichtung modularer Operationssäle für das Zentralkrankenhaus des Instituts.

Elvio Brun, Vizepräsident der Unión Nacional de Jubilados del Paraguay (UNJP), begrüßte den Schritt der Justiz und erinnerte daran, dass Rentner seit langem Unregelmäßigkeiten beim IPS anprangern. Dennoch betonte er, dass das Verfahren nicht auf strafrechtliche Sanktionen beschränkt bleiben dürfe. „Wir wollen, dass das Geld an das IPS zurückfließt“, forderte er und verlangte die vollständige Rückführung der veruntreuten Mittel.

Für Brun stellen die 61 Milliarden Guaraní einen Betrag dar, der für die Verbesserung der Krankenhausinfrastruktur, den Kauf von Medikamenten und die direkte Versorgung der Versicherten hätte genutzt werden können. Die Erwartung der Gruppe ist, dass der Fall genau verfolgt wird, damit er nicht in der Flut der Verfahren untergeht, und dass die Beschuldigten bei nachgewiesener Verantwortung auch zivilrechtlich für den verursachten Vermögensschaden haften.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 10.08.2026, 01:00