Parlament beginnt Prüfung des Haushaltsplans 2027 in Höhe von 166,3 Milliarden Guaraní mit Gesundheit als Priorität

Das paraguayische Parlament hat mit der Prüfung des Haushaltsplans 2027 im Umfang von 166,3 Milliarden Guaraní begonnen, in dem die Gesundheitsversorgung als Priorität gilt. Gleichzeitig bereitet der Senat Anfragen an die Zentralbank zum Ueno Bank vor, während Abgeordnete über die Gehaltsforderungen von Ärzten verhandeln.

Parlament beginnt Prüfung des Haushaltsplans 2027 in Höhe von 166,3 Milliarden Guaraní mit Gesundheit als Priorität

Der Zweikammer-Ausschuss für Haushaltsfragen des paraguayischen Parlaments hat am Montag, dem 7. September, mit der Prüfung des Entwurfs für den Allgemeinen Staatshaushalt (PGN) 2027 im Umfang von 166,3 Milliarden Guaraní begonnen. Die Debatte findet vor dem Hintergrund der Krise im öffentlichen Gesundheitssystem und der Zusage der Regierungsfraktion statt, den Bereich als prioritär zu behandeln.

Wirtschafts- und Finanzminister Óscar Lovera stellte die Grundzüge des Entwurfs vor und bezeichnete die Lage als „herausfordernd“, wobei er die Aufwertung des Guaraní gegenüber dem US-Dollar als Faktor nannte, der die Einnahmeprognosen beeinflusst. Von der Gesamtsumme entfallen 87,9 Milliarden Guaraní auf die Zentralverwaltung und 78,4 Milliarden Guaraní auf dezentrale Einrichtungen. Als prioritäre Bereiche wurden Gesundheit, Bildung, Sozialprogramme, Infrastruktur und Sicherheit benannt.

Die Abgeordnete María Cristina Villalba wurde zur Vorsitzenden des Ausschusses gewählt, Senator Silvio Ovelar zu ihrem Stellvertreter. Natalicio Chase und Luis Federico Franco wurden als Berichterstatter bestimmt. Der gemäß Artikel 216 der paraguayischen Verfassung gebildete Ausschuss soll vor der Haushaltsabstimmung in beiden Kammern des Parlaments eine Stellungnahme abgeben.

Die Diskussion gewann an politischer Bedeutung, nachdem der ehemalige Präsident Horacio Cartes, Vorsitzender der Nationalen Republikanischen Vereinigung (Partido Colorado) und Führer der Bewegung Honor Colorado, in Asunción mit Abgeordneten der Regierungsfraktion zusammengetroffen war. Senator Gustavo Leite erklärte, die öffentliche Gesundheit werde die „haushaltspolitische Priorität“ für 2027 sein. An dem Treffen nahmen auch Basilio Núñez, Antonio Barrios, Natalicio Chase, Juan Carlos Baruja, Eduardo González und Sergio Godoy teil.

Senator Antonio Barrios, ehemaliger Gesundheitsminister, sprach sich für einen Dialog mit den Ärzten aus, hielt jedoch die Forderung des Nationalen Ärzteverbands (Sinamed) nach einem Mindestgehalt von 8 Millionen Guaraní für die gesamte Arbeitszeit für nicht umsetzbar. Seiner Aussage zufolge könne ein Vertrag über 12 Wochenstunden etwa 5,4 Millionen Guaraní einbringen, was rund 1.300 US-Dollar entspricht. „Wer in der Medizin Geld verdienen will, muss in die Privatmedizin gehen“, erklärte er. Barrios räumte zudem ein, dass das Gesundheitsministerium mit den Verhandlungen zu spät begonnen habe.

Der Konflikt umfasst Kündigungen von Fachärzten und Gehaltsforderungen, nachdem die Ärzte Ende August landesweit mobilisiert hatten. Abgeordnete diskutieren zudem die Einrichtung eines Sonderausschusses zur Begleitung der Krise im Gesundheitssystem und zur Vorlage administrativer und haushaltspolitischer Maßnahmen. Die Regierung schätzt, dass allein die von den Ärzten geforderte Gehaltsanpassung etwa 100 Millionen US-Dollar kosten könnte.

Parallel dazu wird der Senat am 9. September eine Anfrage an die Zentralbank Paraguays zur Situation der Ueno Bank prüfen. Der Fragenkatalog umfasst 31 Punkte und betrifft Geschäfte mit verbundenen Parteien, den Verkauf von Portfolios, die Konzentration öffentlicher Einlagen sowie eine bilanzielle Ausnahme im Zusammenhang mit der Übernahme der Visión Banco.

Die Anfrage verlangt zudem Aufklärung über ein Memorandum vom Juli 2026, das Fernando Rivarola, damals Leiter der Bankenaufsicht bei der Bankenaufsichtsbehörde, zugeschrieben wird. Die Senatoren wollen wissen, ob das Dokument eingegangen, vom Direktorium der Zentralbank geprüft wurde und ob es Unterschiede zwischen der fachlichen Bewertung und den Entscheidungen der Aufsichtsbehörde gab. Die Anfrage allein belegt keine Unregelmäßigkeiten bei der Ueno Bank; es obliegt der Zentralbank, die Fragen zu beantworten und die angeforderten Unterlagen vorzulegen.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (12)

Aktualisiert: 08.09.2026, 04:34