Das Abgeordnetenhaus Paraguays hat am Dienstag, dem 11. August, ein Gesetzesvorhaben verabschiedet, das den 14. April zum Nationalen Vorí-Vorí-Tag erklärt. Der Entwurf, der nun der Unterzeichnung durch die Exekutive bedarf, ehrt das traditionelle Gericht, das seit 2017 als immaterielles Kulturerbe des Landes anerkannt ist, und würdigt seine internationale Bedeutung.
Der ursprüngliche Entwurf, eingebracht vom Abgeordneten Luis Federico Franco (PLRA-Central), sah zunächst den 22. August als Gedenktag vor. Der Senat änderte das Datum jedoch auf den 14. April, um den Tag mit der weltweiten Anerkennung des Vorí Vorí zu verknüpfen. An diesem Datum hatte die internationale Gastronomie-Plattform TasteAtlas das paraguayische Gericht Vorí Vorí zur besten Suppe der Welt gekürt und damit seinen globalen Ruf gestärkt.
Während der Sitzung setzte sich der Abgeordnete Héctor Figueredo (ANR-Paraguarí), Vorsitzender des Ausschusses für Industrie, Handel, Tourismus und Genossenschaftswesen, für die Annahme der Senatsänderungen ein. Er argumentierte, das neue Datum symbolisiere die internationale Anerkennung des Gerichts und unterstreiche seine Bedeutung für die kulturelle Identität Paraguays.
Das verabschiedete Gesetz sieht vor, dass das Nationale Kultursekretariat (SNC) in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Tourismussekretariat (Senatur), dem Bildungs- und Wissenschaftsministerium (MEC), den Departements- und Kommunalregierungen sowie weiteren Institutionen Programme und Pläne zur Förderung, Verbreitung und Wertschätzung des Vorí Vorí im In- und Ausland entwickelt.
Parallel dazu berieten die Abgeordneten in derselben Sitzung über einen Antrag, die Feierlichkeiten zur Jungfrau von Caacupé zum immateriellen Kulturerbe Paraguays zu erklären. Das Vorhaben, das auf der Tagesordnung steht, stützt sich auf Kriterien der UNESCO und betont den lebendigen Charakter der Feier, ihre Weitergabe zwischen den Generationen sowie ihre symbolische Bedeutung für die nationale Identität.
Zu den Elementen, die für die Erklärung der Caacupé-Feierlichkeiten als Kulturerbe berücksichtigt werden, zählen die Wallfahrten, Messen und Novenen, die religiösen Gelübde, die Kirchenmusik, das Kunsthandwerk, die traditionelle Gastronomie (wie Chipa und Butifarra) sowie die gemeinschaftlichen Praktiken der Gastfreundschaft gegenüber Pilgern. Die Trägergemeinschaft dieses Kulturerbes umfasst Gläubige aus dem ganzen Land, Einwohner der Stadt Caacupé und die örtliche Diözese.
