Paraguays Abgeordnetenkammer prüft Reform zu Abzügen bei unentschuldigten Verspätungen und Fehlzeiten

Die Abgeordnetenkammer Paraguays bereitet eine Reform ihrer Geschäftsordnung vor, um Abzüge von 300.000 Guaraní bei unentschuldigten Verspätungen und 600.000 Guaraní bei unentschuldigten Fehlzeiten wirksamer durchzusetzen. Zudem soll die Anwesenheitskontrolle überprüft werden, nachdem wiederholt Quorum-Probleme aufgetreten sind.

Paraguays Abgeordnetenkammer prüft Reform zu Abzügen bei unentschuldigten Verspätungen und Fehlzeiten

Die Abgeordnetenkammer Paraguays arbeitet an einer Reform ihrer Geschäftsordnung, um Gehaltsabzüge für Abgeordnete durchzusetzen, die unentschuldigt zu spät kommen oder unentschuldigt fehlen. Die Vorschläge sehen außerdem eine Überprüfung des Anwesenheitserfassungssystems und klarere Verfahren zur Umsetzung der Sanktionen vor.

Aktuell sieht die Geschäftsordnung Abzüge von 300.000 Guaraní bei unentschuldigter Verspätung und 600.000 Guaraní bei unentschuldigtem Fehlen vor. Die Kammer räumt jedoch ein, dass die Regeln kaum umsetzbar sind und übermäßig flexible Entschuldigungen die Anwendung der Strafen erschweren.

Der Abgeordnete Daniel Centurión erklärte, ein technisches Team arbeite an der Aktualisierung der Beträge und an Mechanismen, die deren Einziehung sicherstellen sollen. „Das Thema beschäftigt uns ständig, weil die Abwesenheiten der Kollegen das Ansehen der Kammer beeinträchtigen“, sagte er und fügte hinzu, dass Kammerpräsident Raúl Latorre die Ausarbeitung der Vorschläge angeordnet habe.

Der erste Vizepräsident der Abgeordnetenkammer, Hugo Meza, teilte mit, der Entwurf solle eine Überprüfung des Erfassungssystems und eine schrittweise Anwendung der Abzüge beinhalten. „Die Geschäftsordnung ließ dem Präsidenten kaum Spielraum, um die Gehälter zu kürzen. Mit einem einfachen Schreiben konnte man sich entschuldigen. Das werden wir ändern“, betonte er.

Die Debatte folgt auf wiederholte Fälle von fehlendem Quorum, die zur Verschiebung oder zum Abbruch von Sitzungen führten und die Behandlung der Gesetzgebungsagenda unterbrachen. Für Meza sind Anwesenheit und Pünktlichkeit grundlegende Pflichten von Abgeordneten. Er sprach sich für eine „Kammer der Arbeit und Verantwortung“ aus und räumte ein, dass die Parlamentarier selbst ihre Aufgaben erfüllen müssten.

Der Abgeordnete der regierenden Colorado-Partei (ANR) verband die Diskussion auch mit dem Entwurf des Staatshaushalts 2027. Meza forderte Kürzungen bei Beratungsverträgen, Catering, Treibstoff und anderen als überflüssig eingestuften Ausgaben, um Mittel für Gesundheit, Bildung, Infrastruktur und Sicherheit freizumachen.

Im Gesundheitsbereich kündigte er an, dass die Exekutive einen Vorschlag mit mehr Mitteln für medizinisches Material und Medikamente sowie zur arbeitsrechtlichen Regulierung der Beschäftigungsverhältnisse von fast 3.000 Beschäftigten im Gesundheitswesen vorbereite. Die Maßnahme hängt noch von der offiziellen Vorlage der Regierung und der weiteren parlamentarischen Behandlung des Haushalts ab.

Die Änderungen bei der Anwesenheitskontrolle und den Abzügen befinden sich noch in der Vorbereitung, während die Vorschläge für den Haushalt 2027 ein separates Verfahren durchlaufen. Der endgültige Umfang der Reform und die Haushaltsmaßnahmen sind noch offen; neue Sanktionen sind daher noch nicht in Kraft.

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Quellen (4)

Aktualisiert: 04.09.2026, 01:00