Der Senat Paraguays hat die Zentralbank Paraguays (BCP) um einen Bericht mit 31 Fragen zu den Aktivitäten der Ueno Bank gebeten. Die Anfrage umfasst Geschäfte mit verbundenen Unternehmen, den Verkauf von Kreditportfolios, öffentliche Einlagen sowie die Arbeit der Bankenaufsicht. Die Zentralbank hat nach der Genehmigung des Antrags durch die Senatoren Antonio Barrios, Basilio Núñez und Natalicio Chase 15 Tage Zeit für eine Antwort.
Ziel der Anfrage ist es zu prüfen, ob die Ueno Bank die vorgeschriebenen Grenzen für Geschäfte mit nahestehenden Personen überschritten hat und ob die Aufsichtsbehörde die erforderlichen Korrekturmaßnahmen ergriffen hat. Chase betonte, dass die Anfrage nicht von einer feststehenden Gefahr für öffentliche Gelder ausgehe, sondern klären solle, ob die geltenden Regeln eingehalten wurden.
Zu den angeforderten Punkten gehören die geltenden Grenzen für Geschäfte mit verbundenen Personen, die Kriterien für die Anerkennung eines Portfolioverkaufs sowie die Definition verbotener indirekter Finanzierungen. Die Senatoren fragen zudem, welche Konsequenzen ein Überschreiten der Grenzen über mehr als zehn aufeinanderfolgende Tage hat, wie viele Sanierungspläne seit 2020 im Finanzsystem gefordert wurden und welche Sanktionen in den letzten 24 Monaten verhängt wurden.
In der Anfrage werden Geschäfte mit Mowi S.A., Grupo M5 S.A., Grupo Hendys S.A., Tuiú S.A., Franade S.A. und Aime S.A. Corredores de Seguros genannt. Zudem werden Informationen zu Sicherheiten, Zahlungsfähigkeit, Verwendung der Mittel sowie zu Prüfungs- und Überwachungsberichten der Ueno Bank seit Januar 2025 angefordert.
Ein zentraler Punkt ist der Verkauf eines Kreditportfolios der Ueno Bank an Vinanzas S.A. im Wert von 35 Millionen US-Dollar und 36,9 Milliarden Guaraníes. Der Senat möchte wissen, ob die Aufsichtsbehörde die Übertragung der Mittel am selben Tag überprüft hat und ob sie zu dem Schluss kam, dass es sich tatsächlich um einen Portfolioverkauf handelte oder ob eine verbotene indirekte Finanzierung vorliegen könnte.
Die Anfrage behandelt zudem die Ausgabe von Schuldverschreibungen durch Itti S.A.E.C.A., Grupo Vázquez S.A. und die Bank selbst, die von Technoma S.A. und Factopar S.A. erworben wurden. Die Abgeordneten fordern eine Analyse der Zentralbank sowie Angaben zur Verwendung der Mittel. Zudem wird eine bilanzielle Ausnahme nach der Übernahme der Visión Banco thematisiert und mögliche Auswirkungen einer Rücknahme dieser Regelung auf die Solvenzindikatoren.
Offizielle Dokumente, auf die sich die Anfrage bezieht, bringen einige der genannten Unternehmen mit der Grupo Vázquez in Verbindung. Die Resolution Nr. 69/2024 der Nationalen Wettbewerbskommission genehmigte den Erwerb von 50 % der Grupo M S.A. – Eigentümerin von Pagopar – und 55 % der Grupo Hendy S.A., die die Plattform Hendyla betreibt, durch Itti. Risikobewertungsberichte dokumentieren zudem Beteiligungen des Konzerns an den in der Anfrage genannten Unternehmen, wobei die bloße Nennung in Gesellschaftsdokumenten keine Unregelmäßigkeiten in den Bankgeschäften beweist.
Die Senatoren forderten außerdem Informationen zu einem Memorandum vom 10. Juli 2026, das vom Leiter der Aufsicht, Fernando Rivarola, unterzeichnet wurde. Darin soll der interne Verlauf im BCP sowie mögliche Meinungsverschiedenheiten zwischen der Fachabteilung und der Entscheidung der Aufsichtsbehörde dargelegt werden. Die Anfrage umfasst auch Fragen zu Sanierungsplänen, vorsorglichen Maßnahmen, Sanktionsverfahren oder rechtlichen Stellungnahmen zu den Geschäften.
