Sitrande weitet Proteste gegen Energiereformen aus und fordert Garantien von Präsident Peña

Die Gewerkschaft Sitrande kündigt eine Ausweitung der Proteste gegen die Pläne zur Gründung eines Energieministeriums sowie einer Energieregulierungsbehörde an und verlangt vom paraguayischen Präsidenten Santiago Peña verbindliche Zusagen. Parallel laufen Verhandlungen über den Strompreis von Itaipú ab 2027.

Sitrande weitet Proteste gegen Energiereformen aus und fordert Garantien von Präsident Peña

Die Gewerkschaft der ANDE-Beschäftigten (Sitrande) hat angekündigt, ihre Proteste gegen die Energiepläne der Regierung von Präsident Santiago Peña auszuweiten. Sie fordert Garantien, dass die Gesetzesvorhaben zur Gründung eines Ministeriums für Energie, Bergbau und Kohlenwasserstoffe sowie einer Energieregulierungsbehörde (ERE) nicht noch in diesem Jahr dem Kongress vorgelegt werden.

Adolfo Villalba, Generalsekretär der Gewerkschaft, erklärte, die Mobilisierung werde fortgesetzt, da ein Treffen mit der Regierung am Freitag ohne Fortschritte endete. Das Angebot der Regierung, einen Dialogtisch einzurichten, wurde vom Sitrande abgelehnt. Die Gewerkschaft befürchtet, die Pläne könnten die Autonomie der ANDE, des staatlichen Stromversorgers Paraguays, einschränken.

In den bisher vorgelegten Unterlagen der Regierung gibt es keinen verabschiedeten Gesetzestext, der die vom Sitrande behaupteten institutionellen Auswirkungen der ERE bestätigen würde. Daher bleiben die Vorwürfe, die Reformen könnten privaten Geschäften oder ausländischen Investoren Tür und Tor öffnen, eine Position Villalbas und sind nicht als gesicherte Fakten einzustufen.

Parallel zu diesem Konflikt laufen die Verhandlungen über den Strompreis von Itaipú und die operative Vereinbarung, die regelt, wie Paraguay seinen Anteil an der erzeugten Energie nutzt. Laut Anhang C des Itaipú-Vertrags steht jedem Land die Hälfte der Stromproduktion zu; nicht genutzte Energie muss dem anderen Land zu Vorzugsbedingungen überlassen werden. Pedro Ferreira, ehemaliger Präsident der ANDE, betont, dass die Priorität auf der tatsächlichen Nutzung des paraguayischen Anteils liegen sollte, statt sich auf mittelfristige Tarifverhandlungen zu konzentrieren.

Die paraguayische Regierung hingegen plädiert für einen Strompreis, der über den Produktionskosten liegt, um Mittel für Infrastrukturprojekte, soziale Programme und Entwicklungsvorhaben zu sichern. Justo Zacarías Irún, paraguayischer Direktor von Itaipú, erklärte, man strebe eine Regelung für drei bis fünf Jahre ab 2027 an. Die Produktionskosten lägen bei 19,28 US-Dollar pro Kilowatt und Monat, während eine Tarifoption von 15 US-Dollar vom brasilianischen Partner ins Spiel gebracht worden sei – eine formelle Offerte in dieser Höhe wies Zacarías jedoch zurück.

Die aktuelle vorläufige Tarifvereinbarung läuft am 1. Januar 2027 aus. Die offiziellen Gespräche dürften nach den brasilianischen Präsidentschaftswahlen und den paraguayischen Kommunalwahlen an Fahrt aufnehmen, mit einer möglichen Einigung im November, so Zacarías. Der bisherige Tarif sicherte Paraguay zusätzliche Einnahmen in Höhe von schätzungsweise 1,25 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Ferreira kritisierte, dass über die Verwendung dieser Mittel kaum diskutiert werde, und warnte vor einer willkürlichen Verwendung in Wahlkampfzeiten. Er forderte Investitionen in Frequenzumrichter, Solaranlagen und den Abschluss der 500-kV-Hochspannungsleitung zwischen Yguazú und Valenzuela. Villalba betonte ebenfalls, dass der Fokus auf dem Sommerplan, dem Investitionsprogramm der ANDE und der Stärkung der Strominfrastruktur liegen müsse.

Die Gewerkschaft kündigte an, Unterstützung von sozialen Organisationen, Bauernverbänden und anderen Gewerkschaften für eine Großkundgebung im Zentrum von Asunción zu suchen, an der bis zu 20.000 Menschen teilnehmen könnten. Trotz der Eskalation versicherte Villalba, dass Bereitschaftsdienste weiterlaufen, um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 08.09.2026, 04:34