Politischer Druck und Streik führen zum Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums Paraguays – Fretes setzt auf Prävention

Isaías Fretes hat nach politischem Druck, einem Ärztestreik und Forderungen von Horacio Cartes, Lilian Samaniego, Noelia Cabrera und Sinamed an María Teresa Barán das Gesundheitsministerium Paraguays übernommen. Er kündigte an, Prävention und die USF auszubauen, Missstände zu bekämpfen – „opá la ñemondá“, sagte er als „Juan Pueblo“ – und die Versorgung in die entlegensten Regionen zu bringen.

Politischer Druck und Streik führen zum Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums Paraguays – Fretes setzt auf Prävention

Isaías Ricardo Fretes Zárate hat das Ministerium für öffentliche Gesundheit und soziale Wohlfahrt Paraguays bei einer Zeremonie im Saal Independencia des Regierungspalasts in Asunción übernommen. Den Amtseid nahm ihm Präsident Santiago Peña ab, der ihn per Dekret Nr. 6.889 vom 13. September 2026 als Nachfolger von María Teresa Barán ernannte.

Der Wechsel erfolgte nach einer Reihe politischer und gewerkschaftlicher Belastungen für Baráns Amtsführung. Horacio Cartes, der Vorsitzende der Colorado-Partei (ANR), hatte Peña öffentlich aufgefordert, die Gesundheitskrise zu priorisieren. Barán war es außerdem nicht gelungen, den Ärztestreik zu beenden, während die Nationale Ärztegewerkschaft (Sinamed) die Exekutive aufforderte, die Verhandlungen direkt zu übernehmen. Auch die Senatorinnen Lilian Samaniego und Noelia Cabrera beteiligten sich an dem Konflikt.

Fretes kommt ins Ministerium, nachdem er den Vorsitz des Verwaltungsrats des Instituto de Previsión Social (IPS) innegehabt hatte, einer paraguayischen Einrichtung der sozialen Sicherheit, die die obligatorische Versicherung verwaltet und Gesundheitsleistungen erbringt. An der Zeremonie nahmen Basilio Núñez, der Präsident des Nationalkongresses, und Raúl Latorre, der Präsident des Abgeordnetenhauses, sowie zivile, militärische und polizeiliche Vertreter teil.

In seinen ersten Stellungnahmen versprach der neue Minister, eine hochwertige öffentliche Versorgung „bis in die letzten Winkel der Republik“ zu bringen und die mehr als 1.000 über das Land verteilten Familiengesundheitseinheiten (USF) zu stärken. Er sagte, dass sich die Gesundheitspolitik in Entwicklungsländern nicht ausschließlich auf Heilung konzentrieren dürfe: „Die Grundlage guter Medizin ist der Humanismus“, erklärte er und kündigte Präventivmedizin als eine seiner Prioritäten an.

Als Beispiel nannte Fretes Darmkrebs. Er sagte, die Krankheit sei vermeidbar und die wichtigste Krebstodesursache des Verdauungssystems in Paraguay. In diesem Bereich müsse das Land seiner Aussage zufolge noch Fortschritte machen.

Der Minister erklärte außerdem die Kontrolle des Einkaufs, der Verteilung und der Verwendung von Medikamenten zur Priorität. Für 2027 sind ausschließlich für den Kauf von Medikamenten für das Nationale Krebsinstitut (INCAN) 200 Millionen US-Dollar vorgesehen. Als „Juan Pueblo“, also als gewöhnlicher Bürger, sagte Fretes auf Guaraní, „opá la ñemondá“ – ein Ausdruck mit der Bedeutung, dass die Diebstähle aufhören müssen – und versprach einen rationalen und transparenten Einsatz der Mittel. Wenn Baráns Verwaltung 34 Millionen US-Dollar eingespart habe, werde es seine Pflicht sein, dieses Ergebnis zu verdoppeln, sagte er.

Er erklärte, die Einsparungen könnten die Finanzierung modernster Medizintechnik ermöglichen, und sprach sich für die Wiederaufnahme von Lebertransplantationen in Paraguay aus. Zu möglichen Steuern auf Tabak und zuckerhaltige Getränke sagte er, der Vorschlag müsse geprüft und im Konsens beschlossen werden. Zugleich betonte er, dass jede Maßnahme von Prävention begleitet werden müsse.

Fretes studierte Medizin und Chirurgie an der Nationalen Universität von Asunción (UNA) und ist Facharzt für Allgemeinchirurgie und Koloproktologie. Er absolvierte Aufbaustudiengänge in Koloproktologie am Hospital de Clínicas der Universität São Paulo und am Hospital Sainte Marguerite in Marseille. Außerdem verfügt er über weiterführende akademische Abschlüsse oder Spezialisierungen, darunter einen Master in öffentlicher Gesundheit, Krankenhausverwaltung und Gesundheitsmanagement.

Zu seinem Werdegang gehören eine Lehrtätigkeit an der Medizinischen Fakultät der UNA, die Leitung der Abteilung für Koloproktologie des IPS und die Gründung der ersten paraguayischen Ausbildungsschule für dieses Fachgebiet mit universitärer Unterstützung. Fretes war Präsident der Paraguayischen Gesellschaft für Chirurgie, der Paraguayischen Gesellschaft für Koloproktologie und der Lateinamerikanischen Gesellschaft für Koloproktologie. Außerdem leitete er den Sanitätsdienst der Marine, das Zentrale Militärkrankenhaus und den Sanitätsdienst der Streitkräfte.

Zu seiner Verbindung mit dem Gesundheitswesen sagte Fretes, er sei der Sohn einer Bäuerin und inmitten von Krankenhäusern geboren und aufgewachsen. Sein Vater habe nach seiner Tätigkeit als Landarzt zur Entwicklung der Koloproktologie in Paraguay beigetragen. Er selbst habe seine Kindheit in den Fluren des Krankenhauses von Barrero Grande verbracht, dem heutigen Eusebio Ayala. Der frühe Kontakt mit leidenden Patienten habe seine Sensibilität geprägt und seine Überzeugung gestärkt, dass der Humanismus im Zentrum der Medizin stehen müsse.

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Quellen (4)

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