Paraguayische Schuhhersteller haben für diesen Dienstag, den 14. September 2026, eine Demonstration in der Nähe der Mautstelle Ypacaraí angekündigt. Die Branche fordert Maßnahmen gegen die Einfuhr von in China hergestellten Schuhen und hinterfragt den Mechanismus, mit dem Waren aus Iquique in Chile ins Land gebracht werden.
Die Versammlung ist für 7 Uhr morgens geplant, gefolgt von einem Marsch entlang der Autobahn. Marcelo Benítez, Präsident des Verbands paraguayischer Schuhhersteller und Zulieferer, erklärte, der Wettbewerb sei für die heimische Industrie untragbar geworden, und verlangte eine Reaktion der Behörden noch vor Jahresende.
Benítez betonte, der Verband wolle keine legalen Importeure mit Markenregistrierung und Arbeitsplätzen treffen. Die Kritik richtet sich vielmehr gegen Schuhe, die bei Einkaufsreisen nach Iquique erworben werden, wo ein zollfreies Regime gilt. Laut Benítez organisieren Transportunternehmen diese Reisen und liefern die Waren direkt an die Geschäfte in Paraguay.
„Die Schuhe sind dort sehr günstig, und die gezahlten Steuern sind minimal“, sagte der Verbandschef. Er fragte, wie Händler am Mercado 4 in Asunción sowie in Ciudad del Este und Encarnación die Ware direkt vor ihre Läden geliefert bekommen, obwohl die Einfuhr von Schuhen seiner Einschätzung nach eine vorherige Genehmigung und Markenregistrierung erfordert.
„Warum kann dann ein Händler vom Mercado 4 Schuhe abholen und direkt vor seinem Geschäft abladen? Da stimmt etwas nicht“, erklärte Benítez.
Die Beschwerde wurde an die DNIT, Paraguays Steuer- und Zollbehörde, weitergeleitet, mit der Bitte um eine Untersuchung der Wareneinfuhr. Bisher liegt nur die Stellungnahme der Hersteller vor; eine offizielle Einschätzung der DNIT zu möglichen Unregelmäßigkeiten im Zollverfahren oder bei den genannten Lieferungen gibt es noch nicht.
Es ist die zweite Mobilisierung der Branche in diesem Jahr. Der Verband vereint Hersteller und Zulieferer von Schuhen, Leder und Produktionsmaterialien aus den Regionen Caaguazú, Central, Paraguarí, Guairá und San Pedro sowie aus Itauguá, Ypacaraí und Pirayú. Benítez warnte, dass bei ausbleibender Reaktion der Behörden künftige Proteste auch Arbeiter aus den Produktionsbetrieben einbeziehen könnten.
