Universitätsviertel soll Asuncións historische Innenstadt beleben

Ein Vorhaben der Universidad Central del Paraguay soll in fünf Jahren rund 200 Millionen US-Dollar an Investitionen mobilisieren. Für Februar 2027 ist als erster Schritt der Umzug der medizinischen Fakultät geplant.

Universitätsviertel soll Asuncións historische Innenstadt beleben

Die Universidad Central del Paraguay (UCP) schlägt ein Universitätsviertel in der historischen Innenstadt von Asunción, Paraguays Hauptstadt, vor. Dort sollen Lehre, Wohnen und Dienstleistungen zusammenkommen. Das Projekt soll über fünf Jahre rund 200 Millionen US-Dollar an privaten und akademischen Investitionen mobilisieren und etwa 5.000 ausländische Studierende anziehen, vor allem aus Brasilien.

Vize-Rektor Luis López Lafuente stellte die Pläne im Programm Tribuna des Senders Paraguay TV vor. Die Nachrichtenagentur Agencia IP berichtete am 29. September über das Interview. Die Investitionssumme ist eine Zielgröße für das gesamte Viertel; sie bedeutet nicht, dass die Universität zugesagt hat, den Betrag vollständig selbst aufzubringen.

Die erste Etappe ist für Februar 2027 vorgesehen und umfasst den Umzug der medizinischen Fakultät. Geplant sind zwei Universitätstürme, acht Labore und Einrichtungen für klinische Simulationen. Leer stehende oder wenig genutzte Gebäude sollen für Studierendenwohnheime, Restaurants, Geschäfte, medizinische Dienstleistungen, Fitnessstudios sowie Kultur- und Freizeitangebote hergerichtet werden.

López Lafuente verwies auf Erfahrungen der Hochschule in Pedro Juan Caballero und Ciudad del Este. In Asunción soll das Vorhaben in das Programm Asunción 500 Años eingebunden werden. Dieses verbindet die Stadterneuerung mit Maßnahmen für Wohnen, Mobilität, Sicherheit, öffentliche Räume und private Investitionen.

Eine am 1. Oktober veröffentlichte Analyse von El Nacional behandelt dasselbe Vorhaben und nennt eine zusätzliche Prognose, die zuvor von Beteiligten aus dem Projektumfeld verbreitet wurde: 5.500 bis 6.000 Studierende innerhalb von vier bis fünf Jahren könnten Konsumausgaben von rund zwölf Millionen US-Dollar monatlich beziehungsweise 144 Millionen jährlich erzeugen. Wertsteigerungen von Immobilien und indirekte Effekte sind dabei nicht berücksichtigt. Die Zahlen geben Erwartungen der Beteiligten wieder und sind keine unabhängige Machbarkeitsprüfung.

Ob sich der Plan umsetzen lässt, hängt von der Ankunft der Studierenden und den nötigen Voraussetzungen ab: Wohnraum, Verkehrsanbindung, Sicherheit, digitale Anbindung und öffentliche Dienstleistungen. Der angekündigte Plan enthält weder konkrete Finanzierungszusagen noch eine bestätigte Einschreibungskapazität. Investitionssummen und Zeitplan beschreiben somit ein angekündigtes Vorhaben. Die erwarteten wirtschaftlichen Auswirkungen sind noch keine nachgewiesenen Ergebnisse.

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Quellen (2)

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