ATOME droht mit Schiedsverfahren über 665-Millionen-Dollar-Streit um Projekt in Villeta, Paraguay

Das Unternehmen ATOME hat Paraguay über seine Absicht informiert, ein Schiedsverfahren wegen eines 665 Millionen Dollar schweren Projekts für grüne Düngemittel in Villa Elisa einzuleiten. Hintergrund ist der Abbruch der Verhandlungen mit dem staatlichen Stromversorger ANDE über einen 15-Jahres-Vertrag und einen Tarif von 30 Dollar pro Megawattstunde. Die Gewerkschaft Sitrande verwies gegenüber *ABC Color* auf das Alternativangebot des Unternehmens Imperium in Höhe von 70 Dollar pro Megawattstunde. Die Regierung argumentiert, dass die Stromerzeugungskosten bis 2043 auf bis zu 50 Dollar pro Megawattstunde steigen könnten. Das Projekt, das durch Zusagen von Institutionen wie der IFC, der Europäischen Investitionsbank und dem Grünen Klimafonds sowie durch einen Zehnjahresvertrag mit Yara abgesichert ist, könnte nach 90 Tagen Konsultationen zu einer Schiedsklage führen. Die geschätzten Verluste in Höhe von Hunderten Millionen Dollar stammen aus einer unabhängigen Bewertung und sind kein formeller Anspruch.

ATOME droht mit Schiedsverfahren über 665-Millionen-Dollar-Streit um Projekt in Villeta, Paraguay

Das Unternehmen ATOME PLC hat den paraguayischen Staat am 17. September über seine Absicht informiert, eine internationale Schiedsgerichtsbarkeit in einer Streitigkeit um das 665 Millionen Dollar schwere Projekt Villeta anzurufen. Die Mitteilung, übermittelt durch die Anwaltskanzlei White & Case LLP, stellt noch keine formelle Schiedsklage dar: Sie leitet die im bilateralen Investitionsschutzabkommen zwischen Paraguay und dem Vereinigten Königreich vorgesehene 90-tägige Konsultationsfrist ein.

Das Unternehmen bestreitet die Aufhebung von Dekreten der Exekutive, die die regulatorischen und tariflichen Bedingungen sowie die Laufzeit des Stromliefervertrags mit dem staatlichen Stromversorger ANDE abgesichert hatten. Aus Sicht von ATOME habe diese Änderung eine wesentliche Grundlage der mit Investoren und Finanzierungspartnern getroffenen Zusagen beseitigt und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens beeinträchtigt.

Der Abbruch der Verhandlungen wurde vom Präsidenten der ANDE, Miguel Báez Reyes, bestätigt. Der Streitpunkt liegt im Liefermodell: Nur ein Drittel des Energiebedarfs des Projekts sollte durch Solarstrom gedeckt werden, der Rest wäre auf Strom aus Wasserkraft angewiesen gewesen, den die ANDE zu einem Festpreis liefern sollte. Die ANDE geht davon aus, dass die Erzeugungskosten bis 2043 schrittweise auf bis zu 50 Dollar pro Megawattstunde steigen könnten – ein Argument, das die Nachhaltigkeit eines festgeschriebenen Preises infrage stellt.

Der Stromvertrag sah für ATOME einen Tarif von 30 Dollar pro Megawattstunde vor. Die Kritik der Gewerkschaft der ANDE-Beschäftigten (Sitrande), die von *ABC Color* veröffentlicht wurde, stellte diesem Wert ein Angebot des Unternehmens Imperium gegenüber, das 70 Dollar pro Megawattstunde und eine fünfjährige Vorauszahlung vorsah. Der Vergleich dient als Grundlage für den Vorwurf der Gewerkschaft, der Vertrag mit ATOME stelle eine überhöhte Subvention dar, stellt jedoch keine offizielle Entscheidung über die wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit der Angebote dar.

Der Minister für Industrie und Handel, Marco Riquelme, sprach sich für einen 15-jährigen Handelsvertrag aus, während ATOME das Projekt mit langfristigen Verpflichtungen strukturiert hatte. Die Initiative sieht eine Anlage für Wasserstoff, Ammoniak und kohlenstoffarme Düngemittel vor, die während der Bauphase etwa 4.000 Arbeitsplätze und im Betrieb über 1.000 dauerhafte Stellen schaffen soll.

Die Finanzierungsstruktur umfasst Zusagen der IDB Invest, der privaten Investitionssparte der Interamerikanischen Entwicklungsbank, der International Finance Corporation der Weltbankgruppe, der Europäischen Investitionsbank, des Grünen Klimafonds, der niederländischen Entwicklungsbank FMO, der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, des dänischen Impact Fund Denmark und der Hy24. Als Partner treten zudem Baker Hughes, Schroders und Casale S.A. auf. Das Unternehmen hat außerdem einen Zehnjahresvertrag mit Yara International über den Kauf der gesamten Produktion an grünen Düngemitteln abgeschlossen.

ATOME gibt an, dass eine unabhängige Bewertung mögliche Verluste in Höhe von Hunderten Millionen Dollar schätzt. Dieser Wert ist kein formeller Anspruch, wurde nicht von einem Schiedsgericht bestätigt und stellt nicht zwangsläufig die Summe dar, die in einem Verfahren geltend gemacht würde.

Sollte innerhalb der 90 Tage keine Einigung erzielt werden, könnte das Unternehmen eine Klage beim Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID), einer Einrichtung der Weltbankgruppe, einreichen. Die erklärte Priorität des Unternehmens bleibt eine verhandelte Lösung, die den Baubeginn in Villeta ermöglichen würde. Dennoch setzt die Auseinandersetzung die Entscheidungen über die Nutzung des paraguayischen Stroms und die Zusagen zur Anwerbung ausländischen Kapitals unter Druck.

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Quellen (6)

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