DNIT plant Überprüfung von Steuervergünstigungen; UIP warnt vor Eingriffen in Sonderregelungen wie die Maquila

Die paraguayische Steuer- und Zollbehörde DNIT prüft die Reform von Steuervergünstigungen für Unternehmensrücklagen und Elektrofahrzeuge sowie eine Anpassung der Besteuerung von Tirzepatid. Der Industrieverband UIP mahnt zur Vorsicht bei Sonderregelungen wie der Maquila. Alle Maßnahmen bedürfen der Zustimmung des Parlaments.

DNIT plant Überprüfung von Steuervergünstigungen; UIP warnt vor Eingriffen in Sonderregelungen wie die Maquila

Die paraguayische Steuer- und Zollbehörde DNIT bereitet zwei prioritäre Gesetzesvorhaben vor, um Steuervergünstigungen zu überprüfen: eines betrifft Unternehmensrücklagen, ein weiteres Elektrofahrzeuge. Zudem wird eine mögliche Änderung der Besteuerung des Wirkstoffs Tirzepatid geprüft. Alle Maßnahmen müssen vom Parlament beschlossen werden.

In einer Erklärung gegenüber Radio Monumental AM 1080 bezifferte DNIT-Direktor Óscar Orué die jährlichen Steuerausfälle durch bestehende Vergünstigungen auf rund 900 Millionen US-Dollar. Sein Vorschlag ziele nicht auf eine generelle Steuererhöhung ab, sondern auf eine Überprüfung oder Einschränkung bestehender Befreiungen.

Das erste Vorhaben soll die Nutzung von Unternehmensrücklagen regeln, die aus nicht ausgeschütteten Gewinnen bestehen. Orué erklärte, die Änderung könne zusätzliche Einnahmen von etwa 100 Millionen US-Dollar generieren. Der Gesetzentwurf könnte bereits in der Woche nach der Erklärung vorgelegt werden. Da eine Gesetzesänderung erforderlich ist, muss er sowohl die Abgeordnetenkammer als auch den Senat passieren.

Das zweite Vorhaben betrifft die derzeit vollständige Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge. Die DNIT prüft noch die Auswirkungen der Änderung, doch Orué schätzte, dass sie bis zum Jahresende etwa 20 Millionen US-Dollar einbringen könnte. Die Prognose bezieht sich auf die voraussichtlichen Einnahmen bis zum Ende des Jahres, nicht auf einen festen Stichtag.

Eine weitere Option ist die Einführung eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 5 % auf Tirzepatid, das derzeit steuerfrei ist. Orué schätzte, dass diese Änderung zwischen 20 und 30 Millionen US-Dollar einbringen könnte, betonte jedoch, dass das Thema noch geprüft werde und kein konkretes Projekt vorliege. Tirzepatid werde medizinisch zur Behandlung von Diabetes eingesetzt, aber auch für kosmetische Zwecke vermarktet, insbesondere in Alto Paraná und im Norden des Landes.

Die DNIT erwähnte zudem mögliche Anpassungen ermäßigter Steuersätze und Befreiungen für bestimmte Importgüter, ohne bisher einen konkreten Entwurf vorzulegen. Die selektive Verbrauchsteuer auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke bringt jährlich etwa 150 Millionen US-Dollar ein, so Orué.

In derselben Sendung sprach sich Enrique Duarte, Präsident der Industrievereinigung Paraguays (UIP), für eine Überprüfung von Steuerprivilegien aus, warnte jedoch vor vorschnellen Eingriffen in Sonderregelungen. Er nannte die Maquila – ein industrielles Verarbeitungsregime für den Export –, das zwar kaum direkte Steuereinnahmen generiere, aber formelle Arbeitsplätze sichere und den Konsum ankurbelt. Für Duarte müssen die Regeln verlässlich sein, um Investitionen nicht zu gefährden.

Duarte plädierte für eine schrittweise Reform und eine einheitlichere Besteuerung. Als Beispiele für überprüfenswerte Privilegien nannte er Elektrofahrzeuge sowie ähnliche Produkte wie E-Scooter und Mini-Roller. Die Diskussion stehe im Zusammenhang mit der Notwendigkeit, die Effizienz der öffentlichen Ausgaben zu steigern, ohne den Staat zwangsläufig zu verkleinern.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 09.09.2026, 08:32