Finanzministerium senkt Zinsen für Staatsanleihen, platziert 2026 aber das geringste Volumen im Inland

Das paraguayische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen platzierte im September Staatsanleihen im Wert von 230,527 Milliarden Guaraní zu niedrigeren Zinsen, allerdings mit dem geringsten Volumen der vier inländischen Transaktionen des Jahres 2026. Damit ist die Aussagekraft für die Finanzierungskosten bei größerem Umfang begrenzt.

Finanzministerium senkt Zinsen für Staatsanleihen, platziert 2026 aber das geringste Volumen im Inland

Das paraguayische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF) platzierte am 23. September Staatsanleihen im Wert von 230,527 Milliarden Guaraní zu niedrigeren Zinsen als bei den vorherigen Transaktionen. Zugleich war das Emissionsvolumen das geringste der vier untersuchten inländischen Transaktionen des Jahres 2026, was die Aussagekraft der Zinssenkung begrenzt.

Die Renditen der 2035 fälligen Anleihen sanken von 9 % im Juli auf 8,70 % im September; im April hatten sie 8,90 % und im Juni 9,10 % betragen. Bei den 2030 fälligen Papieren ging der Zinssatz von 8,50 % im Juli auf 8,26 % im September zurück. Die Rückgänge beliefen sich auf 30 beziehungsweise 24 Basispunkte.

Die September-Emission lag unter den im April platzierten 698 Milliarden Guaraní, den 974,35 Milliarden Guaraní im Juni und den 360,548 Milliarden Guaraní im Juli. Zusammengenommen beliefen sich die vier Transaktionen auf 2,263 Billionen Guaraní. Die Nachfrage nach den September-Papieren erreichte 906 Milliarden Guaraní und damit fast das Vierfache des zugeteilten Betrags. Dieser hohe Anteil zeigt für sich genommen jedoch nicht, wie viel Anleger bei einem größeren Angebot der Regierung zu kaufen bereit wären.

Der Wirtschaftswissenschaftler Arnold Benítez bewertete die niedrigeren Zinsen als vorteilhaft für die Finanzierung in Guaraní, warnte aber, dass eine kleine Transaktion nur begrenzte Hinweise auf die Kosten einer Mittelaufnahme in größerem Umfang liefert. Bei einem geringeren Angebot hatte das Finanzministerium zudem mehr Spielraum, die als vorteilhaftesten eingestuften Gebote auszuwählen.

Eine Änderung der Liquiditätsvorschriften für Banken könnte einen Teil der Nachfrage stützen. Die Liquiditätsdeckungsquote, kurz LCR, verpflichtet Banken, genügend Vermögenswerte vorzuhalten, um während einer 30-tägigen Stressphase die Nettoabflüsse an Barmitteln decken zu können. Der Mindestwert, der derzeit bei 70 % liegt, steigt im November auf 90 % und erreicht im März 2027 100 %. Geeignete Staatsanleihen werden zum vollen Marktwert als Vermögenswerte der Stufe 1 angerechnet. Banken können damit Erträge erzielen und zugleich die regulatorische Vorgabe erfüllen.

Benítez wies außerdem darauf hin, dass die Finanzierung von Lieferanten durch die Abtretung von Forderungen um den finanziellen Spielraum der Banken konkurriert. Das MEF meldete für 2025 Genehmigungen in Höhe von 2,388 Billionen Guaraní im Zusammenhang mit dem Ankauf von Medikamenten. Beteiligt waren 39 Lieferanten und fünf Banken; die Zahlungen wurden auf 36 Raten verteilt. Der Betrag übersteigt das Gesamtvolumen der inländischen Staatsanleihen aus den vier untersuchten Transaktionen. Welche Auswirkungen dies auf künftige Beschaffungen hat, hängt von der Liquidität und der regulatorischen Behandlung dieser Geschäfte ab.

Der Entwurf des Staatshaushalts für 2027 sieht Emissionen im Gegenwert von 2,1 Milliarden US-Dollar und ein Defizit von bis zu 3,9 % des Bruttoinlandsprodukts vor. Beide Werte bedürfen jedoch der Zustimmung des Parlaments. Benítez betonte, dass nicht davon ausgegangen werden könne, die gesamte Finanzierung werde am heimischen Markt aufgenommen: Die Verteilung auf Märkte, Währungen und Laufzeiten werde darüber entscheiden, wie stark die Zinsen unter Druck geraten. Er sprach sich für mehr Verlässlichkeit bei den inländischen Emissionsvolumen und einen idealerweise monatlichen Emissionskalender aus.

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Quellen (1)

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