Die vom Verbraucherpreisindex (VPI) gemessene Inflation in Paraguay blieb im August 2026 bei 0 %, wie die paraguayische Zentralbank (BCP) mitteilte. Der positive Monatswert lag unter der Schwelle, ab der auf eine Nachkommastelle aufgerundet worden wäre.
Mit dem August-Ergebnis stieg die kumulierte Inflation seit Jahresbeginn auf 1,8 % – deutlich unter den 3,4 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Jahresinflation sank von 1,6 % im Juli auf 1,5 % im August. Die Kerninflation, die volatile Komponenten ausschließt, verzeichnete im August eine monatliche Veränderung von 0 % und eine Jahresrate von 1,3 %.
Die scheinbare Stabilität verdeckt gegenläufige Entwicklungen innerhalb des Warenkorbs: Nur 32,7 % der Produkte verzeichneten Preisanstiege – deutlich weniger als der historische Durchschnitt von 44,8 %. Die Rückgänge bei Lebensmitteln und importierten Gebrauchsgütern glichen die Teuerung bei Kraftstoffen und Dienstleistungen aus.
Besonders stark sanken die Preise für Rindfleisch, insbesondere für die Teilstücke Vacio und erste Rippe, sowie für Geflügel, Schweinefleisch und Rinderinnereien. Als Grund für den Preisrückgang bei Rind- und Schweinefleisch wurde ein größeres Angebot auf dem heimischen Markt genannt. Auch Gemüse, Mehl, Nudeln, Milch und Speiseöle wurden günstiger.
Bei importierten Gebrauchsgütern führte die Aufwertung des Guaraní gegenüber dem US-Dollar zu sinkenden Preisen für Fahrzeuge, Mobiltelefone und Haushaltsgeräte.
Dagegen stiegen Diesel und Benzin aufgrund der Schwankungen auf dem internationalen Ölmarkt und höherer Wiederbeschaffungskosten. Moderate Preiserhöhungen gab es zudem bei Fertiggerichten, Restaurantbesuchen, medizinischen Dienstleistungen und Körperpflege.
Das Ergebnis zeigt, dass die Verbraucher in Paraguay im August kaum Veränderungen beim durchschnittlichen Preisniveau spürten. Allerdings waren nicht alle Ausgabenposten stabil: Lebensmittel wurden in mehreren Bereichen günstiger, während Kraftstoffe und Dienstleistungen den Haushalt belasteten.
