KI-Automatisierung betrifft laut IDB bis zu 800.000 Arbeitsplätze in Paraguay

Bis zu 800.000 Arbeitsplätze in Paraguay sind laut einer IDB zugeschriebenen Schätzung von der Automatisierung durch künstliche Intelligenz betroffen, insbesondere in Callcentern, Telemarketing und Kundenservice. Gleichzeitig wird berufliche Weiterbildung als mögliche Antwort genannt.

KI-Automatisierung betrifft laut IDB bis zu 800.000 Arbeitsplätze in Paraguay

Bis zu 800.000 Arbeitsplätze in Paraguay sind laut einer der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) zugeschriebenen Schätzung von den Auswirkungen der Automatisierung durch künstliche Intelligenz (KI) betroffen. Ohne Fortschritte bei Maßnahmen zur beruflichen Umorientierung könnte diese Zahl bis 2035 auf 1,5 Millionen betroffene Stellen steigen. Die Betroffenheit bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass alle Tätigkeiten vollständig ersetzt werden.

Besonders hoch ist das Risiko in Callcentern, im Telemarketing, im Kundenservice und im technischen Basissupport – Bereiche, in denen viele junge Menschen ihren ersten Job finden. Generative KI-Systeme und Sprachassistenten können bereits heute Kundenanfragen beantworten, Zahlungsvorgänge verwalten und Beschwerden aufnehmen. Das senkt Kosten und könnte die Nachfrage nach menschlichen Mitarbeitern verändern.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen zur Förderung menschenwürdiger Arbeit, schätzt, dass jeder vierte Arbeitsplatz in Lateinamerika strukturelle Veränderungen durchlaufen oder direkt durch KI ersetzt werden könnte. In Paraguay setzen laut den in der Berichterstattung präsentierten Daten derzeit fünf von zehn Unternehmen KI-Tools ein, vor allem bei Einstellungsfiltern und Auswahlverfahren.

Die Auswirkungen werden ungleich verteilt sein. Während repetitive Tätigkeiten besonders gefährdet sind, steigt die Nachfrage nach Fachkräften, die KI-Systeme entwickeln, bedienen und überwachen können. Techniker für künstliche Intelligenz und Experten für Datenmanagement gehören zu den neuen gefragten Berufsprofilen.

Das Ministerium für Arbeit, Beschäftigung und soziale Sicherheit (MTESS), das für die Arbeits- und Sozialversicherungspolitik des Landes zuständig ist, steht vor der Herausforderung, mit der Geschwindigkeit dieser Veränderungen Schritt zu halten. Die zentrale Frage für paraguayische Arbeitnehmer ist, wie schnell sie digitale Kompetenzen erwerben können, bevor die Automatisierung ihre aktuellen Beschäftigungsmöglichkeiten einschränkt.

Der Nationale Dienst für berufliche Förderung (SNPP), eine öffentliche Einrichtung für berufliche Bildung, ist dabei, sein Kursangebot mit Weiterbildungen in den Bereichen Technologie und Überwachung automatisierter Systeme neu auszurichten. Ziel ist es, den Druck auf Einstiegsjobs in eine Transition zu höher qualifizierten Tätigkeiten umzuwandeln. Allerdings lassen die verfügbaren Daten keine genaue Aussage darüber zu, wie viele Stellen tatsächlich wegfallen werden.

Für Unternehmen und Arbeitnehmer ist der Wandel keine ferne Zukunftsmusik mehr: KI-Tools werden bereits in Rekrutierungsprozessen und im Kundenservice eingesetzt. Das Ergebnis hängt von Weiterbildungsmaßnahmen, der Möglichkeit zum Zugang zu Kursen und der Schaffung neuer Stellen ab, die die erworbenen Kompetenzen nutzen – insbesondere für junge Menschen, die heute über Callcenter in den Arbeitsmarkt einsteigen.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 08.09.2026, 01:00