Paraguay beherbergt sechs endemische Manihot-Arten, darunter die gefährdete M. takape

In Paraguay gibt es 15 Taxa der Gattung Manihot, darunter sechs endemische. Dazu zählt Manihot takape, die 2018 im Rahmen eines Forschungsprojekts über wild lebende Verwandte wirtschaftlich genutzter Pflanzen beschrieben wurde.

Paraguay beherbergt sechs endemische Manihot-Arten, darunter die gefährdete M. takape

In Paraguay gibt es 15 Taxa der Gattung Manihot, zu der auch der Maniok (Manihot esculenta) gehört. Sechs davon sind endemisch, kommen also ausschließlich in dem Land vor. Ein Teil dieser Vielfalt findet sich in Savannen auf sandigen Böden und in den Trockenwäldern des Chaco – Lebensräumen, deren ursprüngliche Vegetation zunehmend verloren geht.

Dem Bericht und der darin zitierten wissenschaftlichen Literatur zufolge bilden diese wild lebenden Verwandten des Manioks ein genetisches Reservoir, das möglicherweise für die Züchtung genutzt werden kann, etwa in Forschungen zur Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, Krankheiten und Phasen von Wasserstress. Dem Bericht und der zitierten Literatur zufolge ist Maniok für Hunderte Millionen Menschen in Amerika, Afrika und Asien ein Grundnahrungsmittel; Südamerika weist demnach die größte Vielfalt seiner wild lebenden Verwandten auf.

Die Fotografien, die die im Bericht vorgestellte Ausstellung und botanische Dokumentation bilden, wurden von der Botanikerin Lidia Pérez de Molas zur Verfügung gestellt und tragen zur Dokumentation dieser Vielfalt bei. Ihre Arbeit umfasst außerdem das in sozialen Netzwerken veröffentlichte Format „Eine Minute Botanik“.

Ein Beispiel wurde 2018 von Juana de Egea Elsam, María del Carmen Peña-Chocarro, Fátima Mereles und Gloria Céspedes in einer in der Fachzeitschrift PhytoKeys veröffentlichten Arbeit beschrieben. Bei Expeditionen im paraguayischen Chaco identifizierten die Forscherinnen im Rahmen eines Forschungsprojekts über wild lebende Verwandte wirtschaftlich genutzter Pflanzen Manihot takape, eine zum Zeitpunkt ihrer Beschreibung für die Wissenschaft neue Art.

Der Halbstrauch hat knollenförmige Wurzeln, cremefarbene Blüten, unterschiedlich geformte Blätter und lange Blütenstände. Der Name takape stammt aus dem Guaraní und verweist auf den Lebensraum der bewaldeten Savanne sowie auf den niedrigen Wuchs der Pflanze. Die Art wurde vorläufig als „gefährdet“ eingestuft. Ihre Verbreitung ist auf den trockenen Chaco begrenzt; die geschätzte Arealfläche beträgt 28 Quadratkilometer. Ein Editor sollte die vorläufige Kategorie und die Formulierung zur Arealfläche anhand der ursprünglichen taxonomischen Veröffentlichung oder einer maßgeblichen Naturschutzbewertung überprüfen.

Der von den Quellen nahegelegten Schlussfolgerung zufolge kann die Zerstörung des Lebensraums dazu führen, dass genetisches Material verloren geht, bevor es erforscht wurde. Das Risiko kann auch andere wenig bekannte einheimische Pflanzen betreffen, deren Eigenschaften sich unter Bedingungen von Trockenheit, sandigen Böden und stark ausgeprägter saisonaler Wasserverfügbarkeit entwickelt haben. Der Bericht gibt die Erinnerung eines auf Maniok spezialisierten Agronomen wieder, wonach indigene und traditionelle Gemeinschaften mehr als zwanzig Sorten der Kulturpflanze bewahrt hätten; diese Information erfordert eine unabhängige Bestätigung.

Der Fall Manihot takape legt nahe, dass der Schutz sowohl von der Erhaltung der Ökosysteme als auch von Feldforschung, Herbarien und dem Wissen lokaler Gemeinschaften abhängt. Wenn ein Gebiet mit ursprünglicher Vegetation verschwindet, können auch noch unbeschriebene Arten und Gene mit möglicher Bedeutung für die Lebensmittelproduktion unter zunehmend instabilen klimatischen Bedingungen verloren gehen.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 31.08.2026, 01:00