Für das Resilienzprojekt im Zentrum von Asunción sind drei Bauverträge vergeben worden. Wichtige Bestandteile wie die Wohnungen im ökoinklusiven Stadtteil Chacarita müssen jedoch noch vergeben werden. Das Programm wird durch ein Darlehen von bis zu 105 Millionen US-Dollar der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD), einer Institution der Weltbankgruppe, finanziert. Das Darlehen wurde durch Gesetz Nr. 7.201/2023 genehmigt.
Am weitesten fortgeschritten ist die Verlegung von etwa 2,5 Kilometern einer 2x220-kV-Übertragungsleitung unter die Erde. Die Trasse liegt an der Avenida Costanera zwischen dem Parque Caballero und der Straße San Estanislao. Der Auftrag wurde an das Konsortium TOCSA-Tecnoedil vergeben. Verónica Martínez, Direktorin für öffentliche Bauarbeiten im Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC), teilte mit, dass sich die Arbeiten im August 2026 ihrer Fertigstellung näherten.
Die erste Bauphase im historischen Zentrum von Asunción wird vom Konsortium Palma ausgeführt, das aus TECO S.A. und CCC S.A. besteht. Die Arbeiten begannen an der Plaza O’Leary und sind dort bereits abgeschlossen; nun gehen sie an der Plaza Uruguaya weiter. Der Vertrag umfasst außerdem den Corredor Paraguayo Independiente, die Plätze vor dem Cabildo und die Plaza Isabel la Católica.
Das Projekt sieht Verbesserungen an Straßenbelägen, Gehwegen, der Entwässerung, dem unterirdischen Stromnetz, der Beleuchtung, dem Stadtmobiliar und der Landschaftsgestaltung vor. Vertraglich soll diese Phase im Dezember 2027 abgeschlossen werden. Die Arbeiten sollen dem Handbuch für die städtebauliche Gestaltung des historischen Zentrums von Asunción folgen. Das MOPC will es mit Zustimmung der Stadtverwaltung und anschließender Prüfung durch den Stadtrat in eine verbindliche Vorschrift umwandeln.
Im Parque Caballero wurden im Juli 2026 erste Arbeitsbereiche eingerichtet. Bereiche sollen schrittweise wieder für die Öffentlichkeit freigegeben werden; der Abschluss dieser Phase ist für September 2027 vorgesehen. Der Vertrag umfasst die Ausarbeitung des Ausführungsprojekts, den Bau sowie den Betrieb und die Instandhaltung des Parks nach seiner Übergabe.
Offen sind weiterhin das Präqualifikationsverfahren für Planung und Bau des ökoinklusiven Stadtteils mit Wohnungen in Chacarita sowie die Beauftragung der für die Bauaufsicht zuständigen Beratung. Die zweite Phase des Parque Caballero und weitere Arbeiten im historischen Zentrum, darunter der Korridor Palma und seine Plätze, befinden sich in der Planung. Zum vorgesehenen Bestandteil für die Bank San Miguel gibt es keine neuen Angaben.
Der städtebauliche Plan hängt außerdem von einer Wohnungsbaustrategie ab. Das Ministerium für Urbanismus, Wohnungswesen und Habitat (MUVH) geht davon aus, dass das Zentrum bereits über Wasser, Energie, Verkehr, Schulen und Dienstleistungen verfügt, die neue Bewohner tragen können. Zu den Initiativen gehört das Predio Artigas, ein staatliches Grundstück, für das ein Interessenbekundungsverfahren für Projektentwickler eröffnet wurde. Möglich wären der Einsatz privaten Kapitals über einen Treuhandfonds, steuerliche Anreize und eine Finanzierung.
Asunción wurde außerdem in das Programm Che Róga Porã aufgenommen, mit einer höheren Kreditobergrenze als in anderen Regionen, weil Immobilien in der Hauptstadt teurer sind. Minister Juan Carlos Baruja vertritt die Auffassung, dass das Wohnen im Zentrum die Pendelzeiten von Arbeitnehmern und Schülern verkürzen würde, die heute täglich aus dem Departamento Central anreisen.
Der Privatsektor hält einzelne Gebäude jedoch nicht für ausreichend. Christian Borja, Präsident von Valores Casa de Bolsa, sagt, die Umgestaltung müsse mehrere Häuserblocks erfassen und Wohnen mit Sicherheit, Sauberkeit, Mobilität, Handel, Dienstleistungen und kulturellen Aktivitäten verbinden. Die Sanierung alter Gebäude werde außerdem einen Ausgleich zwischen dem Erhalt der Fassaden und der Modernisierung der Innenräume erfordern, ergänzt um Anreize für Eigentümer.
