Paraguay schlägt Ärzten Gehaltsanpassung und Vergütungsstufen nach angekündigten Rücktrittsgesuchen vor

Die paraguayische Regierung hat eine Gehaltsanpassung und ein Vergütungsstufensystem für Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen vorgeschlagen, nachdem medizinische Vertreter 631 Rücktrittsgesuche genannt hatten. Das Gesundheitsministerium zählt 270 formal eingereichte Fälle.

Paraguay schlägt Ärzten Gehaltsanpassung und Vergütungsstufen nach angekündigten Rücktrittsgesuchen vor

Die paraguayische Regierung hat am Montag, dem 7. September, eine überarbeitete Gehaltsvorlage für Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen vorgelegt. Diese sieht Änderungen beim Grundgehalt sowie die Einführung eines Vergütungsstufensystems für die Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen vor. Das Angebot wird nun von den Gewerkschaften und medizinischen Fachgesellschaften geprüft, ein weiteres Treffen soll innerhalb von 48 Stunden stattfinden.

An den Verhandlungen beteiligen sich Vertreter aus Bereichen wie Kinderchirurgie, Neurochirurgie, pädiatrischer Therapie, Anästhesiologie, Rheumatologie und Herzchirurgie. Anwesend waren die Ministerin für öffentliche Gesundheit und soziale Wohlfahrt, María Teresa Barán, Arbeitsministerin Mónica Recalde sowie Wirtschaftsminister Óscar Lovera.

Roberto Riveros, Präsident der Paraguayischen Gesellschaft für Kinderchirurgie, erklärte, die neue Version sei eine Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag und beziehe nun auch Ärzte ohne Facharztausbildung ein. „Wir sehen, dass es Bewegung gibt“, sagte er nach über zwei Stunden Verhandlungen.

Die Ärzte fordern eine allgemeine Gehaltserhöhung von G. 3 Millionen pro 12-Stunden-Dienstverhältnis. In der ersten Offerte hatte die Regierung lediglich G. 500.000 für Fachärzte vorgesehen, zusätzlich zu einer Laufbahn mit beruflicher Aufstiegsperspektive. Der neue Vorschlag erweitert den möglichen Anwendungsbereich der Anpassung, doch die endgültigen Beträge wurden noch nicht bekanntgegeben.

Das diskutierte Vergütungsstufensystem berücksichtigt neben der Berufserfahrung auch den akademischen Ausbildungsgrad, die Facharztqualifikation sowie die Komplexität der Aufgaben in den Krankenhäusern. Riveros erklärte, die Vertreter müssten zunächst die Auswirkungen des Vorschlags berechnen, bevor sie eine gemeinsame Antwort vorlegen könnten.

Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund von Rücktrittsgesuchen als Druckmittel statt. Allein am Montag reichten über 200 Anästhesisten ihre Rücktrittsgesuche ein. Medizinische Vertreter sprechen von insgesamt 631 Gesuchen, während das Gesundheitsministerium 270 formal eingereichte Fälle zählt – eine Diskrepanz, die noch nicht geklärt wurde.

Ministerin María Teresa Barán äußerte ihre Besorgnis darüber, dass die Rücktrittsgesuche nach Ablauf der administrativen Fristen wirksam werden könnten. Vor dem nächsten Treffen mit der Regierung wird der Vorschlag in den medizinischen Fachgesellschaften und in einer Versammlung der Nationalen Ärztegewerkschaft (Sinamed) diskutiert.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 08.09.2026, 01:00