Senator hinterfragt Erfolgsmessung des Programms „Null Hunger“ nach zwei Jahren in Paraguay

Präsident Santiago Peña feiert die Ausweitung des Schulernährungsprogramms „Null Hunger“, das über eine Million Schüler erreicht, während Senator Ignacio Iramain die fehlende verlässliche Erfolgsmessung kritisiert. Er verweist auf operative Mängel und das Fehlen einer Vergleichsgrundlage für die Bewertung.

Senator hinterfragt Erfolgsmessung des Programms „Null Hunger“ nach zwei Jahren in Paraguay

Das Schulernährungsprogramm „Null Hunger“ in Paraguay feierte am Montag seinen zweiten Jahrestag – zeitgleich mit dem Nationalen Tag der Schulspeisung. Präsident Santiago Peña besuchte die Schule Silvio Pettirossi in Luque, um das Ereignis zu würdigen, und betonte, dass das öffentliche Schulsystem nun „bessere Leistungen, Verpflegung, Infrastruktur und Lernmaterialien“ biete, was zu steigenden Schülerzahlen geführt habe.

Peña hob hervor, dass das Programm, das im August 2024 in 2.600 Schulen in 90 Bezirken startete, mittlerweile über eine Million Schüler in 263 Bezirken versorgt. Er verwies auf Zahlen, die eine höhere Schulbesuchsquote und geringere Abbrecherquoten belegen sollen, sowie auf langfristige gesundheitliche Effekte wie die Verringerung von Bluthochdruck und Diabetes im Erwachsenenalter.

Der oppositionelle Senator Ignacio Iramain, der auch Kinderarzt ist, stellte jedoch die fehlenden konkreten Daten zum tatsächlichen Nutzen des Programms infrage. Er räumte zwar den logistischen Erfolg ein, Millionen Kinder zu versorgen, warnte aber: „Es ist eine Sache, wie viel verteilt wird – eine ganz andere, welche Veränderung das im Leben der Kinder bewirkt.“

Iramain kritisierte insbesondere die offiziellen Angaben, die dem Programm eine Steigerung der Schulbesuchsquote von 77 % auf 94 % zuschreiben. Diese Vergleichsdaten umfassen jedoch einen Zeitraum von zehn Jahren, während „Null Hunger“ erst seit zwei Jahren läuft. Er verwies auf einen Bericht des Wirtschaftsministeriums, der das Fehlen einer Vergleichsgrundlage, einer Kontrollgruppe oder einer geeigneten Methodik zur Erfolgsmessung einräumt.

Der Senator erwähnte zudem Feststellungen des paraguayischen Rechnungshofs bei über 300 Überprüfungen, bei denen Probleme wie provisorische Speiseräume, fehlendes Geschirr, mangelnde Kühlmöglichkeiten und Fälle wie in Puerto Casado auftraten, wo Lebensmittel in Plastiksäcken angeliefert wurden, oder Schulen in Ciudad del Este ohne Küche oder Speisesaal.

Auf Basis der Erfahrungen Uruguays schlug Iramain die Einführung objektiver Indikatoren vor, darunter anthropometrische Messungen, langfristige Schülerbegleitung und anonyme Befragungen. Er betonte, dass es ihm nicht um die Abschaffung des Programms gehe, sondern um dessen Stärkung durch mehr Institutionalisierung und unabhängige Evaluierung – idealerweise unter der Federführung des Bildungsministeriums.

Das Programm wird hauptsächlich durch Mittel aus den Entschädigungszahlungen von Itaipu (80 %) und dem nationalen Haushalt (20 %) finanziert und von den Departementsregierungen umgesetzt, mit Ausnahme von Central, Presidente Hayes und Asunción. Das Gesetz Nr. 7264 schuf den Nationalen Fonds für Schulspeisung (FONAE), um den Zugang zu Schulverpflegung an allen 180 Schultagen des Jahres zu gewährleisten.

In einer separaten Analyse argumentierte der Soziologe Luis Ortiz, Experte für Bildungsforschung, dass der Staat noch weit davon entfernt sei, die vollständige Gebührenfreiheit im öffentlichen Bildungswesen zu garantieren. Er wies darauf hin, dass Familien – insbesondere einkommensschwache – weiterhin zusätzliche Kosten tragen müssten, etwa für digitale Geräte und Materialien, die nicht in den Schulpaketen enthalten seien. 2025 machten diese Ausgaben in städtischen öffentlichen Schulen etwa 43 % des Familieneinkommens aus.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 06.08.2026, 01:00